Sword With No Name - Der Schatten der
Königin
Lover und Leibwächter


Opulentes Historiendrama aus Korea: "Sword
With No Name - Der Schatten der Königin"
überzeugt vor allem mit ausgesprochen schick gestalteten
Bildern.
© Splendid
Story? Ist eigentlich egal. "Sword With No Name - Der
Schatten der Königin" (2009) wird zwar als koreanische
- und reichlich späte - Antwort auf "Hero" und
"The House of Flying Daggers" angepriesen, an deren
Komplexität kommt der koreanische Martial-Arts-Streifen aber
bei Weitem nicht heran. An die Schauwerte sehr wohl: Mit Verve
und Ideenreichtum werden hier Schwertkämpfe und Schlachten
inszeniert, die nicht nur fantastisch choreografiert und stilvoll
in Szene gesetzt sind, sondern auch mal mit einer Light-Version
treibenden Industrialgeschrammels unterlegt werden. Sehenswert
ist der hochwertige Asia-Blockbuster also allemal.
Und die Geschichte? Moo-myoung (Jo Seung-woo) ist ein Rabauke und
Tunichtgut, der sein Geld damit verdient, anderer Leute
Köpfe zu jagen. Was die zu sagen haben, ist ihm egal. Ein
früher Punk, wenn man so will. Aber einer mit großem
Herz. Und das gehört der bezaubernden Ja-young (Soo-ae). Da
die Lady aber in einer anderen Liga spielt und bald zur
umsichtigen, friedliebenden Königin Myeongseong wird,
verdingt sich Moo-myoung als ihr Leibwächter. Zu tun hat er
genug: Fast täglich machen sich Attentatsgruppen auf den Weg
in den Palast.
Mit epischen Ausmaßen und durchaus fesselnd beschäftigt
sich Regisseur Kim Yong-gyun mit der Geschichte seines Landes.
Myeongseong hat sich im späten 19. Jahrhundert mit cleverer
Politik als weitsichtige Herrscherin um Korea verdient gemacht.
In diesem Kontext erlaubt sich der Film aber eine recht freie,
sehr romantisierende Interpretation. Den Lover und
Leibwächter hat es nie gegeben, er dient vielmehr als
Vehikel für opulente Tableaus und rasante Kampfszenen, die
"Sword With No Name" zu dem machen, was er letztendlich
ist: zwei Stunden hochwertig produzierte Unterhaltung mit
exotischem Charme, der eigentlich unbedingt auf der großen
Leinwand gesehen werden sollte, aber auch im Heimkino eine
ausgesprochen gute Figur macht.
Der Sound ist ausgesprochen füllig und gefällt auf
Blu-ray Disc mit jener detaillierten Räumlichkeit, die von
einem DTS-HD-Mix erwartet werden darf. Problematisch ist nur,
dass die Dialoge in der deutschen Version reichlich hölzern
und aufgesetzt klingen. Die Originalfassung ist unbedingt zu
empfehlen. Das detailreiche Bild überzeugt auf DVD und BD
gleichermaßen mit satten, brillant leuchtenden Farben,
großem Detailreichtum und knackigen Schärfewerten.
Einziges Manko ist bei der DVD eine leichte Unschärfe bei
Kameraschwenks. Ärgerlich ist hingegen das Bonusmaterial: Es
besteht aus zehn Minuten nichtssagender Interviews - eher
Monologe - und einem ebenso langen als Making Of bezeichneten
uninspirierten Zusammenschnitt von Beobachtungen der
Dreharbeiten.
Andreas Fischer| Sword With No Name - Der Schatten der
Königin | | Genre | Action |
| Info | (ROK 2009, R: Kim Yong-gyun, D: Soo-Ae, Cho Seung-woo,
Cheon Ho-jin u.a.) |
| FSK | 16 |
| Bildformat | 1,85:1 (anamorph) |
| prachen | Deutsch (5.1), Koreansich (5.1) |
| Untertitel | Deutsch, Niederländisch |
| Bonusmaterial | Making Of; Interviews |
| Tonsystem | Dolby Digital |
| Laufzeit | 118 Min. |
| Regionalcode | Regionalcode 2 |
| Preis | ca. 13 Euro |
| Bewertung | | Film | Bild | Ton | Extras |
| überzeugend | gut | gut | ausreichend |
Quelle: "teleschau - der mediendienst"