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Jane EyreWas will man mehr?

Charlotte Brontës "Jane Eyre" wurde rund 20 mal verfilmt - und damit öfter als etwa Janes Austens "Stolz und Vorurteil". Die Frage nach der Notwendigkeit von Cary Fukunagas Adaption (2011) der düsteren viktorianischen Romanze wäre also durchaus gerechtfertigt. Doch dem jungen Regisseur gelang die vielleicht beste Version: Mit rauen Bildern, vereinzelten Schreckmomenten und dem Verzicht auf jeglichen Pomp gelang es ihm, die düstere Stimmung des Romans präzise einzufangen. DVD und Blu-ray Disc transportieren diese besondere Atmosphäre nun hervorragend ins Heimkino.

Regisseur Cary Fukunaga ("Sin Nombre") und Drehbuchautorin Moira Buffini ("Immer Drama um Tamara") halten sich nicht sklavisch an die Chronologie des 1847 erschienenen Romans. In Rückblenden beleuchten sie Jane Eyres (in jungen Jahren: Amelia Clarkson) schwere Kindheit als Waise im Haus der lieblosen Tante und im Mädcheninternat Lowood.

Im Zentrum steht jedoch ihre Zeit in Thornfield Hall, wo sie als Gouvernante arbeitet. Das Schicksal scheint es dort endlich gut mit Jane (Mia Wasikowska) zu meinen: Sie unterrichtet die kleine Adèle (Romy Settbon Moore), freundet sich mit der Haushälterin Mrs. Fairfax (Judi Dench) an und nimmt mit ihrer zurückhaltenden, aber von Grund auf ehrlichen Art den mürrischen Hausherren Mr. Rochester (Michael Fassbender) für sich ein.

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Die Annäherung dieser beiden Charaktere stellt der Film glaubhaft dar - auch weil mit Michael Fassbender und Mia Wasikowska zwei außergewöhnlich präsente Hauptdarsteller verpflichtet wurden. Das Drehbuch lässt den Hauptfiguren bewusst Zeit für längere Dialoge. Es sind die besten Momente des Films, in denen die spröde Angestellte mutig die rücksichtlosen Worte ihres Herren pariert. Gänsehaut löst "Jane Eyre" derweil ganz ohne Kitsch und Schwulst aus: Regisseur Fukunaga hat neben der Liebesgeschichte vor allem die unheimlichen Elemente des Romans herausgearbeitet und schafft effektvolle Horrormomente.

Beim Dreh setzte das Team überwiegend auf indirekte, natürliche Lichtquellen. Dennoch wirkt das Bild auf Blu-ray Disc selten überbelichtet und ist auch in dunklen Bereichen erstaunlich scharf. Die Farben sind gedeckt, die Schwarztöne bisweilen etwas blass. Auch der Transfer auf DVD ist überwiegend gut gelungen, leichtes Bildkorn verursacht in manchen Szenen jedoch schwammige Konturen. Der Surroundsound der BD ist sehr räumlich und erzeugt mit präzisen Effekten, tragender Musik und detailreicher Klangkulisse eine intensive, teils bedrückende Atmosphäre. Auch der insgesamt etwas dünnere Dolby-Digital-5.1-Ton der DVD ist stimmungsvoll. Das Bonusmaterial besteht aus kurzen, informativen Hintergrundberichten. Besonders gefallen das Making Of sowie der Audiokommentar von Regisseur Fukunaga.

Greta Riedel

Video DVD
Filmbewertungausgezeichnet
FilmnameJane Eyre
OriginaltitelJane Eyre
RegisseurCary Fukunaga
GenreDrama
SchauspielerMia Wasikowska
SchauspielerMichael Fassbender
SchauspielerDame Judi Dench
Entstehungszeitraum2011
LandGB
TitelJane Eyre
StudioTobis
VertriebUniversal
Bildformat1,85:1 (anamorph)
TonsystemDolby Digital
SprachenDeutsch (5.1), Englisch (5.1)
ExtrasAudiokommentar: Cary Fukunaga (Regisseur) / Rob Meyer und Ameer Youssef (Crew); Entfallene Szenen; Making Of; B-Roll; Featurette: A Look Inside Jane Eyre, To Score Jane Eyre, The Mysterious Light Of Jane Eyre
Freigabealter12
Laufzeit115 Min.
Erhältlich ab03.05.2012
Preisca. 12 Euro
EAN Code5050582883213
Anspieltipp2
Bewertung Bildgut
Bewertung Tongut
Bewertung Extrasgut
Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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