Er diente unter acht Präsidenten und 18 Justizministern, von denen ihn einige gerne losgeworden wären. Regisseur Clint Eastwood versucht die Geheimnisse des Mannes zu ergründen, der aus einer prinzipiell hilflosen Organisation eine schlagkräftige Polizeitruppe formte: Fast 50 Jahre lang war John Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) Direktor des FBI. "J. Edgar" (2011) ist vor allem eine nüchterne biografische Abhandlung über einen Mann im Schatten. Das Licht dringt in der auf DVD und Blu-ray Disc erhältlichen Filmbiografie leider nicht bis zu Hoover vor.
Eastwood schildert J. Edgar Hoovers Leben als geschickt verschachtelte Lebenschronologie eines besessenen, einsamen Mannes. Der Mann, der bei seiner dominanten Mutter (Judi Dench) lebte, bis sie starb, war immer felsenfest davon überzeugt, das Richtige zu tun.
Er verfolgte seine Ziele mit finsterer Entschlossenheit und suchte doch vor allem eins: Bestätigung. Im Grunde war Hoover ein einsamer, zutiefst verunsicherter Mann mit Allmachtsfantasien, den Leonardo DiCaprio in jungen Jahren als glaubwürdigen Terrier und später hinter einer dicken Schicht Schminke als starrsinnigen Greis brillant darstellt.
Eastwood wälzt die Lebensgeschichte Hoovers (150.000 Kinozuschauer in Deutschland) in epischen zweieinhalb Stunden aus. Das ist durchaus kurzweilig, weil der FBI-Erfinder ein ziemlich unterhaltsamer Typ war: Paranoiker, Soziopath, Kommunistenhasser, Arbeitstier, Präsidentenerpresser und Muttersöhnchen. Er hatte ein Problem mit Frauen und eines mit Männern.
Hoovers Verdienste um das FBI, das mit wissenschaftlichen Methoden die Polizeiarbeit revolutionierte, sind allgemein anerkannt. In den USA ist er dennoch nicht unumstritten. Er war auch jemand, der Gesetze frei interpretierte und illegale Abhörmethoden anwandte, um nicht nur große Gangster, sondern auch persönliche Feindbilder zu verfolgen: Kommunisten, Bürgerrechtler, Liberale. Die gesellschaftlichen Auswirkungen, die Hoovers Wirken hatte, wertet Eastwood leider nicht.
Die technische Umsetzung von DVD und Blu-ray Disc ist durchaus gelungen. Vor allem die warme, düstere Farbgebung des Films wurde perfekt transferiert. Während die BD auch in düsteren Szenen dank satter Schwarzwerte detailreich und klar konturiert bleibt, wirkt das DVD-Bild bisweilen etwas zu weich. Der Sound ist auf beiden Discs eher zurückhaltend, gibt aber die Dialoge klar wieder und sorgt mit dezentem Surroundeinsatz für eine angenehme Atmosphäre. Als Bonus gibt es nur ein kurzes Featurette über die Hintergründe des Films, das auf BD etwas länger ausfällt als auf DVD.
Andreas Fischer
| Video DVD | |
|---|---|
| Filmbewertung | akzeptabel |
| Filmname | J. Edgar |
| Originaltitel | J. Edgar |
| Regisseur | Clint Eastwood |
| Genre | Drama |
| Schauspieler | Leonardo DiCaprio |
| Schauspieler | Naomi Watts |
| Schauspieler | Judi Dench |
| Entstehungszeitraum | 2011 |
| Land | USA |
| Titel | J. Edgar |
| Studio | Warner |
| Vertrieb | Warner |
| Bildformat | 2,40:1 (anamorph) |
| Tonsystem | Dolby Digital |
| Sprachen | Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Spanisch (5.1) |
| Extras | J. Edgar: Ein komplizierter Mann |
| Freigabealter | 12 |
| Laufzeit | 131 Min. |
| Erhältlich ab | 25.05.2012 |
| Preis | ca. 15 Euro |
| EAN Code | 5051890093387 |
| Anspieltipp | 2 |
| Bewertung Bild | gut |
| Bewertung Ton | gut |
| Bewertung Extras | mangelhaft |








