"Das letzte Stück schmeckt am besten" prangt auf dem Plakat über der fast leer gefutterten Kuchenplatte: Soll "American Pie: Das Klassentreffen" nun also wirklich die letzte Fortsetzung der Teeniekomödie aus dem Jahr 1999 sein? Vermutlich nicht: Schließlich ließ sich das federführende Studio Universal schon nach dem dritten Teil "American Pie - Jetzt wird geheiratet" (2003) das Hintertürchen DVD-Premiere offen. Mit dem Resultat, dass man sich nach vier fürchterlichen "American Pie präsentiert"-Filmen regelrecht darauf freut, auf der Leinwand nun die Helden des Originals wiederzutreffen.
Was sich alles getan hat, seit sich die vier Penäler damals schworen, bis zum Abschlussball ihre Jungfräulichkeit zu verlieren: Nach Apfelkuchenbeglücker Jim (Jason Biggs) ist nun mittlerweile auch Kevin (Thomas Ian Nicholas) verheiratet, Oz (Chris Klein) hat es zu ein wenig Prominenz gebracht, und Finch (Eddie Kaye Thomas) mauserte sich in den letzten Jahren vom "Heimscheißer" zum Weltenbummler.
Doch die Jungs aus "American Pie" wären nicht die Jungs aus "American Pie", wenn sie nicht ein paar sehr realitätsnahe Probleme hätten, die im Verlauf zweier nicht ganz so realitätsnaher Kinostunden gelöst werden müssen: Jims Ehe mit Michelle (Alyson Hannigan) könnte ein wenig mehr Sex vertragen, Finch sucht nach der großen Liebe, und der Gefühlshaushalt von Kevin und Oz gerät nach dem Wiedersehen mit ihren Exfreundinnen Vicky (Tara Reid) und Heather (Mena Suvari) komplett durcheinander. Und dann wäre da noch Troublemacher Stifler (Seann William Scott), der irgendwie vermeiden konnte, in den letzten 13 Jahren auch nur ein wenig reifer zu werden.
Letzteres gilt übrigens auch für den Humor des Sequels: Die Autoren und Regisseure Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg zitieren nicht nur hin und wieder den längst zum Kult erklärten Ausgangsfilm, ihr selbstironischer Beitrag zur Reihe erweist sich in jeder Hinsicht als Anknüpfung an das Original von Chris und Paul Weitz.
Das bedeutet einerseits, dass auch "American Pie: Das Klassentreffen" größtenteils von Gags mit und über Sex, Nacktheit und Körperflüssigkeiten lebt. Die Publikumsreaktionsskala reicht dabei vom herzhaften Gröhlen bis hin zum irritierten Augenbrauenheben - nicht mehr und nicht weniger. Andererseits spürt man wieder deutlicher als im zweiten oder dritten Teil, dass sowohl den Regisseuren als auch den Darstellern der Komödie etwas an den "American Pie"-Charakteren liegt. Als komplette Witzfigur soll niemand verstanden werden. Selbst der unmögliche Stifler besitzt hin und wieder etwas, das Würde zumindest nahe kommt. So folgt auf jeden zweiten derben Spruch auch einer, der sich mit wenigen Änderungen in ein Poesiealbum übertragen ließe. Oder, dem Anlass entsprechend, ins Jahrbuch.
Letztlich gestaltet sich das Klassentreffen der "American Pie"-Freunde nicht so viel anders als das eigene: Man freut sich darüber, die Leute von früher wiederzusehen, ist am Ende des Abends jedoch nicht unglücklich, dass man sie nur alle paar Jahre um sich hat.
Annekatrin Liebisch
| Kinofilm | |
|---|---|
| Filmbewertung | überzeugend |
| Filmname | American Pie: Das Klassentreffen |
| Originaltitel | American Reunion |
| Starttermin | 26.04.2012 |
| Regisseur | Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg |
| Genre | Komödie |
| Schauspieler | Jason Biggs |
| Schauspieler | Seann William Scott |
| Schauspieler | Chris Klein |
| Entstehungszeitraum | 2012 |
| Land | USA |
| Freigabealter | 12 |
| Verleih | Universal |
| Laufzeit | 112 Min. |




















