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Act Of ValorPlumpe Helden-Schau

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Regelmäßig wird die Frage aufgeworfen, ob brutale Ego-Shooter-Spiele deren Fans moralisch verrohen. Die Gleise, in denen sich diese Debatte bewegt, sind eingefahren. Gegner und Verteidiger sind sich meist nur in einer Feststellung einig: Die Computer- oder Konsolenspiele sind eindeutig Fiktion, auch wenn sie der grausamen Realität der Kriege und Keller-Scharmützel nacheifern. Anders verhält es sich mit dem halbdokumentarischen Action-Reißer "Act of Valor" (2011). Das überflüssige Militär-Machwerk spielt mit realen Navy-Elitesoldaten vermeintlich "echte" Actioneinsätze nach - und kopiert dabei die Ästhetik der Video-Ballerspiele.

Stolz rühmen sich die Regisseure des Debüt-Films, die beiden ehemaligen Stuntleute Mike McCoy und Scott Waugh, damit, dass ihnen angeblich ein echtes Kunststück gelang: Welche Versprechungen sie den Generälen machen mussten, ist unklar, aber immerhin konnten sie die Mitglieder einer realen Navy-Seals-Einheit, die im Film und dessen Abspann keine Klarnamen tragen, für die Mitarbeit an dem Actionfilm gewinnen. Kein Wunder, dass das Projekt lange als Rekrutierungsfilm für die Armee gehandelt wurde. Später avancierte "Act of Valor" in den USA kurzzeitig sogar zum Nummer-Eins-Kinohit, was die etwas undurchsichtige Interessenlage nicht gerade sympathischer macht.

Fakt ist, dass die Elite-Kämpfer, die sonst für spektakuläre Kommando-Unternehmen wie die Erschießung des Top-Terroristen Osama Bin Laden eingesetzt werden, im Film zeigen können, was sie kriegshandwerklich alles drauf haben, wie furchterregend effektiv ihre Methoden sind und wie eingeschworen ihr Korpsgeist ist. Was damit erreicht werden soll, bleibt allerdings für Nicht-Militärfreaks offen. Vorgeführt werden zwei komplizierte Missionen, bei denen die Seals zunächst eine entführte CIA-Agentin im Dschungel von Costa Rica aus den Händen von Folterknechten befreien sollen. Später geht es dann kurzzeitig nach Somalia, um sich dort an die Fersen von Terroristen zu heften, die über einen Geheimtunnel von Mexiko aus Selbstmordattentäter in die USA einschleusen wollen. Massive Feuergefechte schließen sich an.

Sowohl das als Handlungsauslöser wichtige Entführungsopfer, eine "Agentin Morales", als auch den schmierigen Terror-Sympathisanten Christo besetzten die Verantwortlichen der Produktionsfirma Bandito Brothers mit Schauspielern: Roselyn Sanchez und Alex Veadov. Wie nicht anders zu erwarten, wirken die wenigen Dialoge der echten Seals verglichen mit denen ihrer "Komparsen" schockierend hölzern.

Wichtiger ist allerdings ihr patriotisches Pathos - und das Ballern. Und das ist die wirklich unerträgliche Seite des Films: Im Vergleich zu den vielen spektakulären Explosionen, High-Speed-Verfolgungsjagden und technik-fetischistischen Großaufnahmen von Hubschraubern, Trucks und U-Booten sieht der Kampf Mann-gegen-Mann erschütternd banal aus. Ein Knall, Blutspritzer - und der Gegner sackt weg: Fast alle tödlichen Schüsse werden dabei über die Kimme des Gewehrs hinweg gefilmt - ganz im Ego-Shooter-Modus. Wenn dann rote Flüssigkeit und Masse an die Betonwände klatscht, weiß man im ersten Moment nun wirklich nicht, was nun "echt" ist und was nicht.

Rupert Sommer

Kinofilm
FilmbewertungZeitverschwendung
FilmnameAct Of Valor
OriginaltitelAct of Valor
Starttermin24.05.2012
RegisseurMike McCoy, Scott Waugh
GenreAction
SchauspielerU.S. Navy Seals
SchauspielerRoselyn Sanchez
SchauspielerAlex Veadov
Entstehungszeitraum2011
LandUSA
Freigabealter16
VerleihUniversum
Laufzeit111 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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