Kino / Portraits

Projekt Lebenswerk

Lara Mandoki ist die Neue im Team der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr)

Wenn man Lara Mandoki zum ersten Mal sieht, muss man ihren Namen gar nicht kennen, um zu ahnen, dass es sich bei der hübschen Blondine um die Tochter des ungarischen Musikproduzenten Leslie Mandoki handelt. Die 22-Jährige ist ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten - und hat somit gar nicht die Chance, ihre Herkunft zu verleugnen. Wie gut, dass Mandoki das auch nicht möchte: Wenn es nach ihr geht, kann ruhig jeder wissen, wessen Gene sie in sich trägt. Das war's dann aber auch, denn ausschließlich mit ihrem Papa in Verbindung gebracht zu werden, ist für die Schauspielerin keine Option: "Ich bin sehr stolz auf das Lebenswerk meines Vaters. Aber ich bin gerade dabei, mein eigenes zu schaffen." Dass sie ab Freitag, 29. Juni, in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" (werktags, 15.10 Uhr) zu sehen sein wird, ist für Lara Mandoki ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Lara Mandoki will es keinesfalls falsch verstanden wissen, dass sie nicht ausufernd über ihren international erfolgreichen Vater sprechen möchte: "Er ist der wundervollste Papa der Welt. Aber wir machen völlig unterschiedliche Dinge. Er ist Musikproduzent, ich bin Schauspielerin." Klare Worte von einer jungen Frau, die im Gespräch grundsätzlich kein Blatt vor den Mund nimmt. Lara Mandoki ist eine angenehm ehrliche Haut - genau wie Mandy Meier, das Zimmermädchen, das künftig im fiktiven Fünf-Sterne-Hotel "Fürstenhof" für Ordnung, Sauberkeit und frischen Wind sorgen wird.

Seit einigen Wochen steht Lara Mandoki als Mandy Meier vor der Kamera, hat sich bereits erfolgreich ins Team ("Ich habe die Kollegen total ins Herz geschlossen") integriert und mischt auch schon das "Sturm der Liebe"-EM-Tippspiel ("Deutschland wird Europameister!") auf. In einer Telenovela mitzuspielen, betrachtet Mandoki als große Chance: "Die Dreherfahrung, die ich gerade sammle, nimmt mir niemand mehr. Am Set einer Telenovela lernt man, mit einer Vielzahl von Regisseuren klarzukommen. Man weiß, wie es ist, von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends zu arbeiten und die ganze Zeit über zu funktionieren."

Für die Deutsch-Ungarin ist dieses Funktionieren doppelt schwer - Lara Mandoki dreht nämlich nicht nur "Sturm der Liebe", sondern geht parallel dazu auch noch zur Schauspielschule, die sie im Oktober abschließen wird. "Das ist manchmal schon ein gewaltiges Pensum. Schließlich versuche ich, jede freie Minute in der Schule zu verbringen. Zum Glück habe ich Dozenten, die auch am Wochenende eine Extrarunde mit mir drehen", freut sich Mandoki. Zeit für geliebte Mitmenschen findet sie trotz ihres straffen Stundenplans: "Ich merke gerade, dass ich ganz gut darin bin, das alles zu managen. Meinen Freund und meine Freunde treffe ich jetzt eben abends. Mir war ja vorher klar, dass mein Beruf besondere Arbeitsbedingungen mit sich bringt."

Zeit, sich auf diese besonderen Arbeitsbedingungen einzustellen, hatte Lara Mandoki, die ihr Können bislang vor allem am Theater (Münchner Kammerspiele) bewies, zur Genüge. Schon im Kindergarten wusste sie, dass sie später Schauspielerin werden möchte. "Ich war ständig verkleidet und hing auch oft in irgendwelchen Traumwelten ab", erinnert sie sich. "Meistens bildete ich mir ein, vor 200 Jahren zu leben und mit einer Pferdekutsche durch die Gegend zu fahren. Ich hatte schon immer viel Fantasie und ein Faible für Geschichte. Im nächsten Leben möchte ich deswegen auch unbedingt Geschichte studieren."

mehr Bilder

Historisch wird es auch, wenn man Mandoki auf ihre Traumrolle anspricht - sie würde gerne in einem Film über den Aufstand, den es 1956 in Ungarn gab, mitspielen. Das entsprechende Drehbuch zu schreiben, kann sie sich derzeit nicht vorstellen: "Diese Geschichte bewegt mich aufgrund meiner deutsch-ungarischen Wurzeln sehr, aber ich bin viel zu unruhig, um mich an den Schreibtisch zu setzen." Und wenn man den Schreibtisch durch ein Frisier- und Nagelstudio - den großen Traum ihrer "Sturm der Liebe"-Rolle - ersetzt, fühlt sich Lara Mandoki dann wohler? "Um Gottes willen", lacht sie und erklärt: "Ich hasse nasse Haare. Das war schon immer ein Tick von mir. Deswegen benutze ich auch meistens Trockenshampoo. Was nicht heißen soll, dass ich mich nicht gerne zurechtmache. Aber ich bin kein typisches Mädchen-Mädchen."

Vielmehr ist Lara Mandoki eine junge Frau, die gerne im Biergarten sitzt, Radler trinkt und die bayerischen Seen liebt. Vier Dirndl hat sie im Schrank hängen ("Das geht doch noch, oder?"), die sie am liebsten 14 Wiesn-Tage lang ausführt: "Ich liebe das Oktoberfest. In dieser Hinsicht bin ich wirklich eine waschechte Münchnerin." Als ihre Heimat würde Mandoki, die am Starnberger See aufwuchs und heute in Schwabing lebt, Bayern aber dennoch nicht bezeichnen. "Ich tue mir mit dem Begriff sehr schwer, weil mein Herz eben auch ungarisch schlägt", berichtet sie. Ihre oftmals zu laute und temperamentvolle Art empfindet der "Sturm der Liebe"-Neuzugang als typisch ungarisch. Genau wie die besondere Form der Weiblichkeit.

Was hat es mit der Mandokischen Weiblichkeit auf sich? "Ungarische Frauen setzen ihre Reize sehr bewusst ein, erachten sie als ein Geschenk Gottes. Deutsche Frauen sind oft krampfhaft emanzipiert", erläutert Mandoki und macht dann am Beispiel ihrer Mutter noch einmal deutlich, was sie meint: "Meine Mutter ist in München geboren, hat aber auch eine ungarische Herkunft. Sie wurde gerade 50 Jahre alt und ist Ärztin und dreifache Mutter. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht wunderschön angezogen und perfekt gestylt in ihre Praxis geht. Nur weil sie Kinder hat und berufstätig ist, heißt das für sie noch lange nicht, dass sie sich nicht mehr um ihr Äußeres kümmern muss. In Westeuropa habe ich im Allgemeinen oft das Gefühl, dass es ein Widerspruch ist, sich als Mutter noch besonders herzurichten. In Ungarn sind die Frauen ein wenig befreiter. Aber letztlich macht's wie immer die Mischung."

Lara Mandoki möchte unbedingt selbst Kinder haben: "Mindestens drei oder vier. Ich bin überzeugt, dass Muttersein das Schönste auf der Welt ist." Wann der Nachwuchs kommen soll, weiß die Schauspielerin noch nicht. "Ich finde, das ist eine Entscheidung, die man sehr bewusst treffen sollte. Und zwar erst dann, wenn man sich wirklich bereit fühlt und auch die finanziellen Voraussetzungen geschaffen hat", sagt sie und ergänzt: "Ob das bei mir Ende 20 oder Ende 30 der Fall sein wird, ist mir völlig egal. Hauptsache, es passiert überhaupt."

Es besteht kein Zweifel: Kinder gehören für Lara Mandoki zu einem gelungenen Lebenswerk absolut dazu. Papa Leslie wird das sicher gerne hören. Ob man seine Enkel dann auch auf den ersten Blick erkennt? Lara Mandoki schließt das nicht aus: "Ungarische Gene machen alles möglich."

Anna Julia Höhr

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

Versenden Drucken

Weitere Artikel


Film-Starts

Film-Archiv

Suchen Sie im Radio Rur Film-Archiv anhand eines Titels oder eines Darstellers nach Filmkritiken.

  
DVD-Filme

Erfahren Sie mehr über die neu erschienenen DVDs in den aktuellen Besprechungen.

Ticketshop

Sichern Sie sich im Radio Rur Ticketshop die Tickets Ihrer Wunschveranstaltung!

Anzeige
Zur Startseite