Kino / Portraits

Ein Versuch mit der Wohlfühl-Talkerin

Annica Hansen wird ab 9. Juli als neue SAT.1-Talkerin getestet

Wenn sie das Studio betritt, geht tatsächlich ein wenig die Sonne auf: Jeder der Annica Hansen, bekannt als "Galileo"-Reporterin oder "Unter uns"- und "Verbotene Liebe"-Darstellerin, je kennengelernt hat, weiß, wie wichtig ihr der Kontakt zu den Fans ist. Deswegen verbringt die 29-jährige Duisburgerin auch viel Zeit damit, sehr persönlich auf Facebook-Fragen und Anregungen zu ihren Sendungen einzugehen. 2006 staunten ihre vielen Bewunderer nicht schlecht, als sich die stets natürlich wirkenden Blondine, die nach dem Drehen am liebsten ausreitet und in Waldseen planscht, für den "Playboy" entblätterte. SAT.1 ahnt schon, was man an der schmucken Moderatorin hat: Ab Montag, 9. Juli, darf sich Annica werktäglich zwei Wochen lang jeweils mittags, ab 12.00 Uhr, mit ihrer neuen Sendung "Annica Hansen - Der Talk" bewähren. Wenn's gut läuft, sieht man sie künftig öfter - eine erfreuliche Sommer-Perspektive.

teleschau: Frau Hansen, Gratulation zur eigenen Sendung bei SAT.1. Wie fühlt es sich an, wenn Sender und Publikum gleichermaßen erwartungsvoll auf Sie blicken?

Annica Hansen: Ich freue mich sehr über diese Chance. Die Erwartungen sind natürlich hoch, aber wenn es anders wäre, würde es auch keinen Spaß machen. Es ist toll, nach diversen anderen Formaten jetzt in der eigenen Sendung neue Facetten von mir zeigen zu können.

teleschau: Wie muss man sich Ihre Talksendung vorstellen, was haben Sie sich im Speziellen vorgenommen?

Annica Hansen: Die Sendung ist zwar an klassische Talkformate angelehnt, aber nicht so brav. Es darf auch mal laut werden. Das Publikum im Studio darf mitmachen. Ich erwarte von meinen Gästen, dass sie genauso klar Stellung beziehen, wie ich es tun werde. Ich möchte Publikum wie Gästen nah sein. Nicht nur dabei sein, sondern mitdiskutieren. Nicht nur nette Fragen stellen, sondern auch aufmischen und provozieren.

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teleschau: Häufig war zu lesen, dass klassische Talksendungen unter Tag tot seien. Was wollen Sie anders machen, um einen Gegentrend einzuläuten?

Annica Hansen: Ich glaube nicht, dass der Talk tot ist. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, Talk ist nach wie vor ein spannendes Format. Es ist allerdings definitiv Zeit für etwas frischen Wind in diesem Segment. Meine Sendung soll bunt und laut werden. Meine Gäste sollen eine Bühne bekommen. Und vor allem soll die Sendung Spaß machen und unterhalten.

teleschau: Wer ist in Ihrer Sendung dabei?

Annica Hansen: Es werden die unterschiedlichsten Gäste eingeladen. Es wird welche geben, mit denen ich über ernste Themen spreche, aber auch immer wieder lustige und verrückte Gäste. Hauptsache es wird nicht langweilig. Ich kann auf jeden Fall schon mal verraten, dass die Zuschauer auch einiges zu lachen bekommen werden.

teleschau: Wann sprechen Sie von einer gelungenen Sendung?

Annica Hansen: Der ideale Gast redet gerne und viel und freut sich auf die Sendung. Es ist schön zu sehen, wie manche Gäste das Publikum sofort für sich einnehmen. Wenn alle richtig mit dabei sind und Spaß haben, steht einem spannenden Gespräch nichts im Wege.

teleschau: Wer sind Ihre Vorbilder, wenn es um gelungene Talkrunden geht, und was kann man von den Kollegen lernen?

Annica Hansen: Talk ist ein sehr spezielles Segment, da man auf drei Ebenen kommuniziert: TV-Zuschauer, Studiopublikum und Talkgäste. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist wohl die größte Herausforderung. Ich versuche mir nicht zu viel abzuschauen, sondern einen eigenen Stil zu entwickeln. Ich glaube, es ist wichtig, emotional nah an den Gästen zu sein und vor allem authentisch zu sein. Alles andere wird vom Zuschauer sowieso enttarnt.

teleschau: Dreharbeiten für eine werktägliche Talksendung arten schnell in Stress aus, wie gehen Sie mit dem Druck um?

Annica Hansen: Ich empfinde die Dreharbeiten nicht als Stress. Wenn man nach zwölf Stunden und drei Sendungen mit einem Lächeln aus dem Studio gehen kann, liegt es daran, dass mir der Job ehrlich Spaß macht und ich ein großartiges Team um mich herum habe, das mich optimal unterstützt. Nur dadurch kann ich gute Sendungen abliefern. Außerdem wäre es wohl Meckern auf hohem Niveau. Es gibt Leute im Studio, die deutlich härter arbeiten als ich.

teleschau: Bleibt nach einem Drehtag noch Zeit für Privates - und wie und mit wem können Sie so am besten abschalten?

Annica Hansen: Am Drehtag selber falle ich meist ins Bett. Manchmal gehe ich mit Freunden noch was essen oder schaue eine DVD. An diesen Abenden bin ich wohl die beste Zuhörerin der Welt, weil ich selber gar nicht mehr reden mag. An meinen freien Tagen, oder wenn ich früher aus dem Studio komme, fahre ich meist noch zu meinem Pferd. Das Beste, um abzuschalten, ist ein langer Galopp durch den Wald mit anschließendem Planschen im See. Eine Dosis Natur, und ich bin wieder entspannt.

teleschau: Einmal in die Zukunft geblickt: Wie könnten Sie sich ein Leben als tägliche Talkerin vorstellen - ab wann wird der Traum zur Bürde?

Annica Hansen: Ich habe zurzeit unheimlich Spaß an der Sache, und ich glaube nicht, dass der so schnell verfliegt. Außerdem verändert sich so eine Sendung ja. Man kann sie weiterentwickeln, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Es gibt so viele verschiedene Storys. Da hat man schon ein paar Jahre zu talken, bis man die alle kennt. Ich lasse das alles jetzt einfach mal auf mich zu kommen. Aber von Bürde kann man vorerst wohl definitiv nicht sprechen.

teleschau: Was man nicht hoffen möchte: Wie gehen Sie damit um, wenn der Test nicht optimal läuft? Haben Sie sich schon zurechtgelegt, wie Sie mit einer möglichen Absage umgehen?

Annica Hansen: Auf solche Entscheidungen hat man meistens eh wenig Einfluss. Oftmals liegt es noch nicht mal an einem selbst. Da kommen so viele Faktoren zusammen. Ich versuche einfach tolle Sendungen abzuliefern. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht reicht, kann ich es eh nicht ändern. Dann ergeben sich halt wieder neue Dinge. Ich bin eigentlich ziemlich entspannt und warte die Reaktionen einfach ab. Ich mag die Sendung. Und ich hoffe, die Zuschauer auch.

Rupert Sommer

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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