Mic Donet findet große Worte des Dankes: Im Booklet von "Plenty Of Love" huldigt er "jenem Mann, der mich wachgerüttelt hat und mir Vertrauen und den Glauben an meine Träume zurückgegeben hat". Die Rede ist von "The Voice Of Germany"-Coach und Soul-Superstar Xavier Naidoo. Der Sohn Mannheims war es, der seinen Schützling zwar nicht ins Finale der Castingshow schickte, dafür aber dieses - zum Zeitpunkt der Sendung schon fertiggestellte - Album über die Maßen lobte. "Plenty Of Love" sei "grammywürdig", so Naidoo. Fragt sich nur, ob sich Donet für diese Werbung wirklich bedanken muss.
Denn jetzt liegt die Messlatte hoch. Und selbst wenn man einen gewissen Teil der Euphorie seiner generellen Begeisterungsfähigkeit zuschreiben kann: Wenn Xavier Naidoo - einer der profiliertesten Soul-Musiker und Produzenten dieses Landes - ein Album als "internationalen Meilenstein" bezeichnet, darf man davon ausgehen, dass er weiß, wovon er redet. Oder spielte die Hintergrundgeschichte eine Rolle? Unter dem Namen Mic (ohne Donet) hatte der gebürtige Münchner bereits 2004 ein Album namens "Stille Wasser" veröffentlicht, sich dann aber gegen eine weitere Zusammenarbeit mit seinem Majorlabel entschieden. Und sicher ist: Naidoo schätzt unabhängig denkende Musiker mit einer selbstständigen musikalischen Vision.
"Plenty Of Love" entstand in Eigenregie, gemeinsam mit Produktionspartner Ari Loukissas feilte Mic Donet zwei Jahre an Songs und Sounds des Albums. Wie es klingt? Nun, der Wille, mit "Plenty Of Love" ein im besten Sinne zeitloses, englischsprachiges Soul-Album vorzulegen, wird jederzeit deutlich. Die Gitarren leicht auf Funk gestimmt, die Bläser nicht zu offensichtlich - oder plakativ-schmissig wie bei Mark-Ronson-Retro-Produktionen - in den Vordergrund gemischt, das Klangbild zwar üppig, aber organisch und handgemacht: Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Und Donets Stimme hat Soul, Schmalz und Schmelz. Wenn auch nicht unbedingt den allergrößten Wiedererkennungswert.
Ähnliches lässt sich auch über die Songs sagen: Der eröffnende Titeltrack mit seiner Bläser-Hook, den vorsichtig gesetzten Streichern und seinem treibenden Rhythmus erinnert angenehm an 70er-Soul-Großtaten von Isaac "Shaft" Hayes. Doch bereits das darauffolgende "Pray 4 Rain" gerät etwas zu beliebig, die Nummer soll zwar sicher an Michael Jacksons Solo-Frühwerk anknüpfen, wirkt aber eher wie eine Stefan-Raab-Spaßfunk-Produktion. Und innerhalb dieser Pole bewegt sich dann auch der Rest des Albums: mal international konkurrenzfähiger (Disco-)Soul ("What A Night"), mal eher soft-seichter Balladen-Pop ("Fly") - und insgesamt sicher nicht "grammywürdig". Aber gut: Wer bringt hierzulande ein wirklich überzeugendes Soul-Alben wie "Plenty Of Love" zustande? Höchstens noch Xavier Naidoo.
Stefan Weber
| Audio CD | |
|---|---|
| Bewertung | überzeugend |
| CD-Titel | Plenty Of Love |
| Bandname/Interpret | Mic Donet |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Soul/Pop |
| Erhältlich ab | 15.06.2012 |
| Label | TVoG - UDP |
| Vertrieb | Universal |
| Laufzeit | 47:37 |
| EAN Code | 0602537000210 |


