Musik / CD

Conor Maynard: ContrastAus dem wird noch was

"Ich bin nicht der britische Justin Bieber", ließ der erst 19-jährige Brite Conor Maynard in einem Interview mit dem "Daily Telegraph" verlauten. Dabei liegt der Vergleich doch so nah: Beide Sänger sind blutjung, beide wurden durch das Internet-Videoportal YouTube mit Eigeninterpretationen bekannter Songs entdeckt, und sie beide bedienen perfekt das Klischee des jungfräulichen Mädchenschwarms. Nun muss die Musik über die weiteren Showstar-Qualitäten entscheiden. Bieber hat im Juni mit seinem aktuellen Album "Believe" vorgelegt, Maynard zieht nun mit "Contrast" nach.

Man darf sich nicht vom Cover und den Booklet-Fotos abschrecken lassen: Conor Maynard klingt erwachsener, als man anhand des sehr jugendlichen Aussehens vermuten würde. Zwar erreicht der Süd-Engländer nicht das stimmliche Volumen eines Usher, dem Maynard nicht nur nacheifert, sondern dessen Songs er auf YouTube auch vorzugsweise coverte. Der junge Mann aus Brighton weiß aber durchaus, wie er seine Oktavräume auszukleiden hat, um über die Gesamtlänge des Albums nicht ins Banale abzudriften.

Erfreulicherweise klammert Maynard auf "Contrast" balladeske Töne weitestgehend aus. Zwar schlägt er musikalisch auch gerne mal etwas gediegenere Töne an ("Mary Go Round", "Just In Case"), den Großteil der Stücke bilden aber flotte Elektro-Pop-Nummern, die einen guten Drive besitzen und zum Tanzen animieren. Nicht ganz unschuldig an den basslastigen Klängen sind einige illustre Gäste, die dem Newcomer unter die Arme griffen: Bei "Turn Around" singt Conor im Duett mit Ne-Yo, bei "Glass Girl" schusterte ihm Pharrell Williams ein organisches und von Gitarren-Synthies dominiertes Klangbett, und der derzeit gefeierte R'n'B-Songwriter Frank Ocean schrieb dem jungen Engländer "Pictures" auf den Leib.

Es ist verständlich, dass Maynard nicht mit Justin Bieber verglichen und als eigenständiger Künstler angesehen werden möchte. Und den direkten Zweikampf um den Teenie-Pop-Thron entscheidet Bieber in puncto Fanbase für sich, da wird Maynard - auch mit dem guten "Contrast" - nicht hinkommen. Muss er aber auch nicht. Der junge Brite sollte sich einfach weiterhin auf seine musikalischen Qualitäten konzentrieren und auf seine soulige Stimme setzen. Denn das Potenzial zu mehr Eigenständigkeit hat er.

Ben Hiltrop

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelContrast
Bandname/InterpretConor Maynard
GenreRock/Pop
GenrePop
Erhältlich ab27.07.2012
LabelCapitol
VertriebEMI
Laufzeit41:17
EAN Code5099963536928
Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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