Musik / CD

Tremonti: All I WasAlte Liebe rostet nicht

Mark Tremonti muss wirklich niemandem mehr etwas beweisen: Bei der Post-Grunge- und Multi-Platin-Alben-Band Creed verdiente er Millionen von Dollar. Mit der Nachfolge-Truppe Alter Bridge konnte der Gitarrist zeigen, dass in ihm weitaus mehr steckt als nur der Songschreiber von massenkompatibler Musik. Tremonti droppte seine Gitarre von D auf C und rockte los. Die amerikanische Fachzeitschrift "Total Guitar" wählte ihn 2011 unter die Top Vier der besten Gitarristen der Welt. Nun erscheint mit "All I Was" sein erstes Soloalbum, das ihn zurück zu seiner musikalischen Jugendliebe führt: Metal.

Endlich völlig losgelöst von künstlerischen Zwängen unter der Ägide des Creed-Sängers Scott Stapp und natürlich mit den Tantiemen der Plattenverkäufe gesegnet, kann Tremonti nun einfach alles machen, was er bislang so schmerzlich vermisste. Die derzeit pausierenden Alter Bridge sind schon nicht für ihre Introvertiertheit bekannt aber "All I Was" ist das mit Abstand härteste Stück Musik, das der Gitarrist - und neuerdings auch Sänger - in seiner Karriere bisher rausgebracht hat. Das Album liegt irgendwo zwischen Annihilators "Schizo Deluxe" und Metallicas "... And Justice for All" - nur mit einem etwas melodischeren Einschlag.

Wie heißt es so schön: Man vermisst erst etwas, wenn man es verloren hat. Und Tremontis Trennungsschmerz muss riesig gewesen sein, so wütend, wie er stellenweise in seine Gitarre greift. Aber die Wiedersehensfreude mit seiner Jugendliebe ist ungleich größer. Das beweist nicht nur sein melodischer und gefühlvoller Gesangsstil, bei dem man sich unweigerlich fragen muss, wieso der gute Mann erst jetzt auf die Idee gekommen ist, ein Mikrofon zu benutzen. Dazu lässt er ein paar Soli vom Stapel, die Kirk Hammett vor Neid erblassen lassen sollten.

Im Studio griff Tremonti auf die Hilfe von Eric Friedman und Garret Whitlock (beide Ex-Submersed) zurück, wobei gerade Drummer Whitlock hinter seinem Kit beherzt in die Felle haut und eine Double-Bass-Attacke nach der anderen abfeuert. Dabei kann das Projekt es sich sogar erlauben, den vermeintlich schwächsten Song "Leave it Alone" an den Anfang des Albums zu stellen. Und der steckt immer noch das komplette Creed-Material - und einen Großteil von Alter Bridge - locker in die Tasche. "All I Was" ist Thrash Metal feinster nordamerikanischer Prägung - und genau das Album geworden, das Metallica derzeit so bitter nötig hätten.

Ben Hiltrop

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelAll I Was
Bandname/InterpretTremonti
GenreHard&Heavy
GenreThrash Metal
Erhältlich ab27.07.2012
LabelFret12
VertriebRough Trade
Laufzeit49:32
EAN Code0853043002322
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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