Bereits 2005 verdichteten sich die Gerüchte um eine Reunion des Duos Dead Can Dance, als Lisa Gerrard und Brendan Perry gemeinsam auf Tour gingen. Die Resonanz war damals überwältigend, trotzdem entschieden sich beide weiterhin getrennte Wege zu gehen: Gerrard hauptsächlich als Filmmusik-Komponistin, Perry als Solo-Künstler und Hilfskraft bei unterschiedlichsten Projekten befreundeter Musiker. Trotz der angeblich großen künstlerischen Differenzen der beiden haben sie sich als Dead Can Dance nun doch wieder für ein Album zusammengefunden - nach ganzen 16 Jahren Studiopause. Bedeutungsschwanger haben sie ihr neues Werk "Anastasis" (Wiederauferstehung) getauft.
Verdorrte, sterbende Sonnenblumen zieren das Cover. Ihren Samen für die nächste Generation haben die Pflanzen freilich schon Mutter Erde übergeben, das Leben wird also weitergehen. Ähnlich versöhnlich erklingt "Anastasis": Entspannt schichten Dead Can Dance eine synthetische Schicht nach der anderen in ihre grenzenlosen orchestralen Soundblasen. Zeitlose arabische Melodie-Cluster mischen sich mit Post-Wave-Esoterik-Gewaber. Der Indie-Spirit, den man zu Beginn von Dead Can Dance' Karriere immer wieder spürte, ist ohnehin schon längst passé. Alles wird stilvoll von Gerrards wundervoller Engels-Stimme zusammengehalten, die sich stets in freundschaftlichem Wettbewerb zum sonor brummenden Organ von Perry befindet.
Dead Can Dance erschaffen in ihren Soundlandschaften tiefe, unendlich weit hinaus reichende Räume, in denen man sich immer wieder verlieren kann. Die Zeit scheint still zu stehen, wenn Dead Can Dance Orient und Okzident zu einem großen rauschenden Klangerlebnis komprimiert. Man muss jedoch in der absolut richtigen Stimmung sein, um "Anastasis" über die volle Distanz genießen zu können. Entspannungssuchende werden hier mannigfaltig fündig werden, etwas ungeduldigere Hörer könnten sich allerdings womöglich auch langweilen. Denn Dead Can Dance agieren in ihren Arrangements schon sehr stoisch, scheinen etwas zu sehr in ihrer eigenen Welt gefangen.
Schlussendlich muss jeder wohl selbst entscheiden: Ist "Anastasis" einfach nur eine perfekt inszenierte sakrale Esoterik-Schmonzette oder doch die ideale Kombination aus moderner Technologie und neoklassizistischen Kompositionen?
Constantin Aravanlis
| Audio CD | |
|---|---|
| Bewertung | überzeugend |
| CD-Titel | Anastasis |
| Bandname/Interpret | Dead Can Dance |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Ambient/Wave-Pop |
| Erhältlich ab | 10.08.2012 |
| Label | PIAS |
| Vertrieb | Rough Trade |
| Laufzeit | 56:28 |
| EAN Code | 5414939276828 |


