Musik / DVD

Beyond The Lighted Stage

Die ominöse Attraktion

VergrößernIm Eiltempo durch 40 Jahre Rush-Geschichte: "Beyond The Lighted Stage" beleuchtet die Karriere der kanadischen Ausnahmeband.
© Universal

Rush. Fällt dieser Name, so gibt es unter Rockfans zwei mögliche Reaktionen: Die einen verfallen unweigerlich ins Schwärmen, die anderen geben etwas verschämt zu, dass sie außer "The Spirit Of Radio" nicht viel kennen. Denn ihnen ist bewusst, dass dieses Trio zwar nicht zu den berühmtesten, sehr wohl jedoch zu den einflussreichsten Vertretern seiner Zunft gehört. Die Dokumentation "Beyond The Lighted Stage", die jetzt auf zwei DVDs und Blu-ray erscheint, wagt sich etwas näher an diese ominöse Attraktion aus dem Rockzirkus heran.

Das Motto: "Die Band kennst du. Die Geschichte nicht." Die Regisseure Scot McFadyen und Sam Dunn erarbeiteten sich mit "Metal: A Headbanger's Journey" und "Iron Maiden: Flight 666" einen ausgezeichneten Ruf. Jetzt folgt mit "Beyond The Lighted Stage" ein Streifen, der beim Tribeca Film Festival seine Premiere feierte und selbst Menschen zu fesseln vermag, die mit Rush wenig bis gar nichts anfangen können. Die Verknüpfung von Dokumentation und Musik, von Nachdenklichkeit und Humor, Huldigungen aus prominentem Munde (Metallica, Foo Fighters, Smashing Pumpkins, Kiss) und selbstkritischen Erinnerungen überzeugt in allen Punkten.

Obwohl ihre Entwicklung Ähnlichkeiten mit Prog-Veteranen vom Schlage Yes und Genesis aufweist, gesellten sie sich nie zum Mainstream. "Wir hatten unseren eigenen Strom. Es war nicht der Hauptstrom, aber er war nicht weit davon entfernt", meint Bassist, Keyboarder und Sänger Geddy Lee. Anfangs wurden sie noch mit Led Zeppelin in Verbindung gebracht, dann steigerte sich die Komplexität bis zu dem Punkt, an welchem Lee zugibt: "Wir hatten Musik geschrieben, die uns etwas überforderte." Schönmalerei wird im Film nicht betrieben. Auch in den - relativ kurz abgehandelten - Achtzigern gab es Kontroversen, und selbst in den Ausführungen über das dunkelste Kapitel von Rush, als Schlagzeuger Neil Peart innerhalb kurzer Zeit Ehefrau und Tochter verlor, bricht die Einheit aus Personenporträt und musikalischer Biografie nicht auseinander.

"Unser Mangel an Image wurde zu unserem Image", stellt Geddy Lee fest. Das bezieht sich nicht nur auf die modischen Episoden, welche unter der Überschrift "The Rush Fashion" im mit Live-Tracks angereicherten Bonusteil unter die Lupe genommen werden und für so manches Lächeln sorgen dürften. Sondern auch auf eine einzigartige Band, die trotz aller Verkaufserfolge immer den Stand eines Außenseiters einnahm.

Alexander Diehl
Beyond The Lighted Stage
GenreRock/Pop
InterpretRush
VertriebUniversal Music
FSK6
Bildformat1:1,78 (anamorph)
SprachenEnglisch (5.1, 2.0)
Untertitel(nur Hauptfilm): Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch
BonusmaterialLive-Performances, unveröffentliche Szenen, Special Features
TonsystemDolby Digital
Laufzeitca. 195 Min.
RegionalcodeRegionalcode 2
Preisca. 21 Euro
Bewertung
FilmBildTonExtras
ausgezeichnetgutgutgut
Quelle: "teleschau - der mediendienst"
Soundcheck

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