Viel Hoffnung setzt Publisher Activision in Radicals "Prototype 2", das erstmals auch in Deutschland verkauft werden darf. Leider erfüllt das Open-World-Spiel nicht alle Erwartungen.
Es sollte nicht weniger als der neue Hoffnungsträger von Activision werden und auf Sicht in einer Liga mit "Call of Duty" spielen. Ja, die Erwartungen an "Prototype 2" waren hoch - aber nicht nur aus Sicht des Publishers. Auch Spieler haben sich einiges von dem Titel versprochen, der nun erstmals in Deutschland erhältlich ist. Der Vorgänger wurde aufgrund der drastischen Gewaltdarstellung hierzulande nicht veröffentlicht.
Macht aber nichts, denn dessen Geschehnisse werden als Zusammenfassung wiedergegeben. Zudem gibt es mit James Heller einen neuen tragischen Helden. Der ehemalige Marine-Seargent hat nach dem Verlust seiner Familie durch das Virus, das in New York erneut wütet, nichts mehr zu verlieren. Also begibt er sich auf einen Rachefeldzug gegen den Verursacher der ganzen Misere: Alex Mercer. Der Protagonist aus Teil eins wird auch in Teil zwei von den Sicherheitskräften gejagt. Schließlich ist er die vermeintliche Quelle allen Übels. Doch als Heller von ihm erfährt, dass New York ein riesiges Testfeld für die Genetikfirma Gentek und die grausame Spezialeinheit BlackWatch ist, macht er gemeinsame Sache mit Mercer.
Wie schon im Vorgänger bezieht der Open World-Titel seine Faszination aus der Übermacht des Helden: Heller kann meterhoch springen, an Hausfassaden emporrennen und sogar fliegen. Kommt es zu Scharmützeln mit Mutanten oder BlackWatch-Einheiten, mutieren seine Fäuste zu todbringenden Klingen oder Krallen. Oder Heller verwandelt einen Kontrahenten kurzerhand in eine Art Biobombe. Panzer und Hubschrauber kann er ebenfalls mühelos knacken oder einfach herumwerfen, nur um im nächsten Moment dank seiner Gestaltwandlerfähigkeiten unbemerkt in den Straßen von New York verschwinden zu können.
Wie in "GTA 4" ist die Spielwelt in drei Zonen unterteilt, die nach und nach freigeschaltet werden und unterschiedlich ausgefallen sind. Ist in der Green Zone die Verseuchung so gut wie nicht existent, herrscht der Virus über die rote Zone. In der gelben Zone halten sich hauptsächlich Flüchtlinge auf.
Typisch für einen Open-World-Titel gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich auszutoben: Mutantennester wollen ausgehoben, besondere Blackwatch-Soldaten gejagt oder Militärbasen infiltriert werden. Letzten Endes hält sich die Abwechslung jedoch leider in Grenzen. Auch ist die Künstliche Intelligenz der Kontrahenten und NPCs nicht gerade außergewöhnlich, was schon mal für Dämpfer in der Atmosphäre sorgt.
Das gilt übrigens nicht für die Schnitte der deutschen Version, in der Passanten nicht angegriffen, aber immerhin, nunja, konsumiert werden können, um Lebensenergie zurückzuerhalten. Nicht gerade konsequent. Die fliegenden Körperteile hat man sich ebenfalls gespart.
Grafisch reißt der Titel leider keine Bäume aus. Matschige Texturen und Tearing machen sich immer wieder bemerkbar, immerhin bleibt das Geschehen auf der Mattscheibe auch bei vielen Objekten ruckelfrei. Gelobt werden müssen die elegant gemachten Filmschnipsel, die mit ihrer Farbwahl einen ganz eigenen Flair entwickeln.
Was bleibt unterm Strich? "Prototype 2" ist ein unterhaltsames Übermensch-Actionspielchen, dessen Story neugierig auf mehr macht. Die Kämpfe machen Spaß, auf Dauer ist das Spielgeschehen jedoch zu eintönig, weshalb für einen dritten Teil mehr Abwechslung wünschenswert were.
Jens-Ekkehard Bernerth
| Game | |
|---|---|
| Spielname | Prototype 2 |
| Hersteller | Radical Entertainment |
| Vertrieb | Activision |
| Genre | Action-Adventure |
| Erhältlich ab | 24.04.2012 |
| Preis | ca. 60 Euro |
| EAN Code | 5030917098215 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 18 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
Erhältlich für:
PlayStation3, Xbox 360



