Games / Spieletests

Resistance: Burning SkiesLebenszeichen der PS Vita

Ego-Shooter und Handheld-Konsolen - zwei Welten, die sich bislang nicht so recht vertragen haben. Jetzt will Sony mit "Resistance: Burning Skies" beweisen, dass seine neue mobile Konsole PS Vita das Genre genauso gut beherrscht wie die große PS3.

Eine schlankes Chassis, ein großer Touchscreen, zwei Analog-Sticks, eine berührungsempfindliche Rückseite und die Rechenkraft einer PS3 (oder zumindest fast) im Hosentaschenformat: All das bietet Sonys PlayStation Vita - und trotzdem verkauft sich der Nachfolger der PSP nach wie vor schleppend: Seit dem Start im Februar wurden in Europa gerade einmal 600.000 Geräte an den Mann gebracht, weltweit haben bisher 1,8 Millionen Käufer zugegriffen. Zum Vergleich: Rund um den Globus besitzen aktuell um die 16 Millionen Spieler einen 3DS - allerdings hatte Nintendos Gerät mit ähnlichen Startschwierigkeiten zu kämpfen.

Wie die mobile Konkurrenz muss auch die Vita erst anhand einschlägiger Software beweisen, was sie kann, denn der Hype um eindrucksvolle Starttitel wie "Uncharted: Golden Abyss" und ein grandioses "Wipeout" ist verebbt. Besonders die Ego-Shooter-Kompetenz gilt es noch zu untermauern - zumal die Grundvoraussetzungen mit zwei Analogsticks und potenter Grafikleistung gegeben sind.

Und wer tritt an, um ein derart explosives Statement zu setzen? Sonys Alien-Ballerei "Resistance". Ein Projekt, das angesichts der PS3-Historie naheliegt: Immerhin war es 2007 "Resistance: Fall of Man", das als prominentestes Mitglied des PS3-Starttitel-Kaders an die Front geschickt wurde.

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Aber kann "Burning Skies" das hohe Niveau des Erstlings halten? Oder bewegt man sich eher auf dem selben Level wie die beiden Fortsetzungen, die zwar weiterhin attraktives Ballerspektakel lieferten, aber keine neuen Statements setzen konnten? Immerhin wagt man sich zum ersten Mal an die Vorgeschichte der Serie: Die grauenerregenden Chimären und ihr extraterrestrisches High-Tech-Arsenal sind auf der Erde bisher nur einem kleinen Personenkreis bekannt, denn die befürchtete Großoffensive blieb bislang aus.

Aber schon kurz nach Spielbeginn bricht die Alien-Invasionshölle los. Als Feuerwehrmann Riley soll man in Chicago eifrig Leben retten - wenn nötig, mit viel, viel Gewalt. Nur gut, dass der brave Firefighter nicht nur mit dem Schlauch umzugehen weiß: Mit seiner von Berufs wegen meisterlich geführten Axt zersplittert er außer verbarrikadierten Türen am liebsten Bestienschädel, aber auch mit den ingesamt acht vorhandenen Blei- und Plasmapusten kommt er so gut zurecht, als hätte er sein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht.

Zum Glück geht's dem Spieler selber da ganz ähnlich - der zugänglichen Steuerung sei Dank: Die Kontrolle mit den beiden Mini-Sticks fühlt sich fast genauso natürlich an wie bei einem PS3-Pad. Einzig die Tatsache, dass man hier deutlich weniger unter dem Daumen hat, erfordert vor allem in feinfühligen Spielpassagen ein bisschen Übung. Über den Einsatz des Touchscreens lässt sich dagegen streiten: Viele Manöver - wie das Nachladen der Armbrust, der Granatenwurf, das Aufbauen von Schutzschirmen oder der Zweitnutzen der meisten Waffen - verlangen nach Wischern über den Bildschirm. Das fühlt sich zwar meist angenehm intuitiv an, aber die schiere Masse unterschiedlicher Touch-Manöver kann gerade anfangs für einige Verwirrung sorgen - hier wäre weniger mehr gewesen.

Trotzdem bietet der Hosentaschen-Shooter genau das, was man von ihm erwartet: kernige, größtenteils überraschend handliche Action, bei der ruhig noch etwas dicker aufgetragen hätte werden können. Die bedrückende Mixtur aus Weltkriegs- und Grusel-Atmosphäre, die das erste "Resistance" ausgezeichnet hat, fehlt ebenso wie das trashige Retro-Ambiente des zweiten oder das postapokalyptische Comic-Flair des dritten Teils. Kurzum: Dieser Serien-Inkarnation mangelt es an Stil und Individualität - und letztlich merkt man ihr einfach an, dass sie nicht von "Resistance"-Erfinder Insomniac, sondern dem weniger Action-versierten Team von Nihilistic ("PlayStation Move Heroes") entwickelt wurde.

Auf der PS3 wäre Rileys Egotrip Durchschnittsware und unter dem Niveau der letzten großen "Resistance"-Episode. Aber auf der PS Vita gelingt dem Titel ein kleines Kunststück: Es ist der erste Handheld-Ego-Shooter, der genauso gut funktioniert wie seine großen Genre-Brüder und zum Durchspielen motiviert, ohne dabei das Nervenkostüm zu überstrapazieren. Dafür nimmt man gerne ein paar inszenatorische Schwächen, dämlich agierende Computergegner und ein wenig Innovationsarmut in Kauf.

Robert Bannert

Game
SpielnameResistance: Burning Skies
HerstellerNihilistic Software
VertriebSony Computer Entertainment
GenreAction
Erhältlich ab01.06.2012
Preisca. 50 euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 18 Jahren
Multiplayernein
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
PlayStation Vita

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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