Games / Spieletests

Spirit Camera: Das verfluchte TagebuchHinterm Sofa spukt's!

Geisterjäger brauchen - das weiß man seit dem Kultfilm "Ghostbusters" - fantastische Werkzeuge, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Beim Augmented-Reality-Spielchen "Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch" werden Nintendos Hosentaschenkonsole 3DS zur Geisterfalle und das eigene Zimmer zum Hort übernatürlicher Erscheinungen.

Ein ominöses Tagebuch wird in der interaktiven Schauermär zum Dreh- und Angelpunkt für eine Reise in die Geisterwelt. Alles dreht sich um eine Frau in Schwarz, die Menschen ihrer Gesichter beraubt und sie damit in Geister verwandelt. Zugang zum Spukhaus der Hexe bekommen die Spieler, indem sie mit der Frontkamera des Nintendo 3DS auf das mitgelieferte Tagebuch zielen. Seite für Seite gibt das verfluchte Heftchen sein wahrhaft geistreiches Geheimnis preis.

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"Spirit Camera" reizt die speziellen Steuerungsmöglichkeiten des Nintendo-Handhelds voll aus. Der raffinierte Einsatz der dreidimensionalen Darstellung, der beiden eingebauten Kameras und des Gleichgewichtssensors lassen die Umgebung des Spielers und das digitale Totenreich zu einem Augmented Reality-Erlebnis verschmelzen, gegen das jeder Geisterbahnbesuch so harmlos wirkt wie eine Fahrt auf dem Kinderkarussell.

Wenn ein aus dem Buch ausgebrochener Geist plötzlich im realen Wohnzimmer steht, scheinbar nur eine Fingerspitze entfernt von der nichtsahnend auf der Couch fernsehenden Partnerin, sorgt das für einen ganz besonderen Nervenkitzel. Und wenn ein Gespenst wie aus dem Nichts hinter dem eigenen Vorhang hervorspringt und auf den Spieler zutorkelt, zucken selbst hartgesottene "Resident Evil"-Fans zusammen. In einer anderen Szene greift eine Hand aus dem Tagebuch nach der des Spielers!

Neu ist diese Augmented-Reality-Idee zwar nicht. Schließlich liegen jeder 3DS-Konsole spezielle Karten bei, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Doch in einem Horror-Setting erzielt sie eine besondere Wirkung.

Auch die Art, wie die Geister bekämpft werden, kommt Gruselspiel-Fans bekannt vor: Die angreifenden Gespenster müssen im richtigen Moment mit einer "Camera Obscura" fotografiert werden, damit man ihnen Schaden zufügt. Kein Wunder: "Spirit Camera" ist das 3DS-eigene Spin-Off der Gruselreihe "Project Zero", deren zweiter Teil zeitgleich als Neuauflage für die Wii erschien.

Im Zusammenspiel mit einer Akustikuntermalung aus dem klassischen Horrorfundus (Glockenspielmusik, wütend heulender Wind, knarzende Türen, wispernde Stimmen) erzeugt Nintendos grafisch nicht allzu spektakuläre Spielerei einen hohen Gruselfaktor. Doch erfahrene Zocker gewöhnen sich recht schnell an die Schockmomente aus der dritten Dimension - und erschrecken allenfalls aufgrund des geringen Umfangs. Nach drei Stunden ist der virtuelle Spuk auch schon wieder vorbei. Was dann noch bleibt, sind ein paar kleine Bonusspiele, ein höherer Schwierigkeitsgrad - und der Gedanke, dass da noch viel mehr möglich gewesen wäre, wenn Nintendo das Ganze spielerisch etwas anspruchsvoller und gehaltvoller gestaltet hätte.

Michael Eichhammer

Game
SpielnameSpirit Camera: Das verfluchte Tagebuch
HerstellerTecmo Koei Games
VertriebNintendo
GenreSonstiges / Besonderes
Erhältlich ab29.06.2012
Preisca. 40 Euro
EAN Code0045496522155
SchwierigkeitFür Einsteiger
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend

Erhältlich für:
3DS

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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