Games / Spieletests

WreckateerFliegende Abrissbirnen

Sind sind grün, lachen hämisch und verschanzen sich mit Vorliebe hinter dicken Mauern: Nein, die Rede ist nicht von den gemeinen Schweinen aus dem milliardenfach heruntergeladenen Mobile-Spiel "Angry Birds", sondern von den Goblins in "Wrackateer" - einem neuen Kinect-Spiel, das seit Kurzem für kleines Geld zum Download auf Xbox Live bereitsteht. Die Verwechslungsgefahr von Handy-Zeitvertreib und Konsolen-Neuling ist allerdings groß: Mit einer überdimensionierten Zwille soll man hier wie dort den Widerlingen auf die grüne Pelle rücken und im Idealfall alles andere zerdeppern ...

Rund 60 von Goblins besetzte Schlösser gilt es, in "Wracketeer" dem Erdboden gleichzumachen - und das mit begrenzter und vorgegebener Munition. Genügt bei "Angry Birds" eine simple Wischbewegung mit dem Finger, um die Schleuder mit den schrägen Vögeln zu spannen, ist vor der Kinect-Kamera jedoch deutlich mehr Körpereinsatz gefragt: Mit ausgestreckten Armen will die Ballista erst beladen werden, ehe man sie durch ein, zwei Schritte nach hinten spannt und durch kleine Bewegungen nach links oder rechts justiert. Zieht man die Arme dann zurück, feuert man und versucht, mit hektischen Wischbewegungen der Flugbahn den letzten Schliff zu geben - sofern es sich um ein schlichtes Geschoss handelt.

Im Königreich von "Wreckateer" ist man allerdings weit mit der Waffenforschung. Bestimmte Granaten zersplittern in der Luft, wenn die Arme hochgerissen werden. Andere sind mittelalterliche Drohnen, die sich mit ausgestreckten Armen präzise ins Ziel steuern lassen. Unterwegs lassen sich meist noch eine paar wertvolle Boni einsammeln ...

Um bei späteren Burgen die Punktevorgaben für eine Goldmedaille zu erreichen, ist neben Genauigkeit, Einfallsreichtum und Cleverness auch ein bisschen Glück vonnöten. Reißt man einen Turm ein, kann der in sich zusammenstürzen - oder umfallen und anliegende Mauern und Häuschen unter sich begraben, was wiederum mit jeder Menge Bonuspunkten belohnt wird. Herumliegende Sprengstofffässer machen das Ganze noch unberechenbarer. Trifft man gar drei Goblins, die auf den Burgzinnen herumturnen oder an Luftballons hängen, lässt sich ein missglückter Schuss sogar wiederholen.

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Das alles ist wunderbar kurzweilig und grafisch anständig umgesetzt. Dass die Grundidee von "Wrackateer" hoffnunglos bei "Angry Birds" abgekupfert und auf eine dreidimensionale Umgebung angepasst wurde, machen die zuverlässige Bewegungserfassung der Kinect-Kamera sowie die gut durchdachte und leicht zugängliche Steuerung locker wieder wett.

Etwas umständlich wurden allerdings die "Herausforderungen" gestaltet: Sie nutzen das mit "Wrackateer" erstmals eingeführte "Avatar Famestar"-System, das spieleübergreifend Punkte und Belohnungen für den Avatar bereithält - eine zweite Art von Gamerscore, wenn man so will. Manche der Aufgaben in "Wrackateer" lassen sich nur lösen, wenn man zuerst auf die Xbox 360-Benutzeroberfläche wechselt, das virtuelle Abziehbild neu einkleidet und dann ins Spiel zurückkehrt ... Das macht man ein- oder zweimal, aber sicherlich kein drittes Mal.

Fazit: "Wrackateer" gelingt wie "Angry Birds" das Kunststück, von jedem auf Anhieb verstanden zu werden - und dennoch lange genug zu motivieren, bis sämtliche Highscores geknackt und alle Burgen in Schutt und Asche gelegt wurden. Zehn Euro, die Kinect-Besitzer guten Gewissens ausgeben können.

Bernd Fetsch

Game
SpielnameWreckateer
HerstellerIron Galaxy
VertriebMicrosoft
GenreGeschicklichkeit
Erhältlich ab25.07.2012
Preisca. 10 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 6 Jahren
Multiplayer1-2
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
Xbox 360

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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