Web / Reportage

Appnehmen leicht gemacht

Per Smartphone zur Traumfigur

Noch mag das Wetter unbeständig sein, doch einschlägige Frauenmagazine erinnern bereits gnadenlos daran: Die Bikinisaison naht. Doch die wöchentlich wechselnden Crash-Diäten, die besagte Blätter in der Regel auf der nächsten Seite anpreisen, sind beim Streben nach dem Wunschgewicht meist genauso hilfreich wie eine Schokoladen-Flatrate. Dauerhaft verschwinden Fettpölsterchen eben doch nur, wenn die Ernährungsweise grundlegend auf gesund umgestellt wird. Ein paar Apps erweisen sich dabei als gute Helfer.

Dass es eher unklug ist, Gewohnheiten von einem Tag auf den anderen über den Haufen werfen zu wollen, werden die meisten schon am eigenen Leib festgestellt haben. Aber man muss ja auch nicht alles auf einmal ändern: Die iPhone-App iJoule empfiehlt, den Weg zur gesünderen Lebensweise Schritt für Schritt zu nehmen.

Dazu stellt der mobile Coach einfache, gut erklärte Regeln auf, die der Anwender künftig befolgen sollte. Etwa, jeden Morgen ein Glas Wasser zu trinken, jeden Tag 3.000 Schritte zu gehen oder eine einfache Entspannungsübung in den Alltag einzubauen. Um es dem User zu erleichtern, die ausgesuchten Regeln auch einzuhalten, erinnert die App ihn über einen festen Zeitraum regelmäßig daran. Mehr als drei Regeln gleichzeitig lassen sich nicht auswählen - schließlich schlägt anfänglicher Übereifer schnell in Frustration um. Ist eine Regel verinnerlicht, wird die nächste aktiviert. Die Basisversion mit vier Veränderungsvorschlägen ist kostenlos, die beiden Upgrades kosten je 2,39 Euro.

Auch die iPhone-Apps "Abnehm-Tipps - Die besten Tipps & Tricks zum Abnehmen" und "Abnehmtipps 2012" für je 0,79 Euro verdeutlichen, dass schon einfache Maßnahmen beim Kaloriensparen helfen. Dass Letztere ironischerweise "von den Machern der Platz 1-App 'Weihnachtsplätzchen'" konzipiert wurde, sollte dabei nicht weiter irritieren. Beide Anwendungen leisten solide Aufklärungsarbeit in puncto ausgewogene Ernährung - auf Dogmen wie "Keine Kohlenhydrate am Abend" wird dabei dankenswerterweise verzichtet. Stattdessen verraten die inhaltlich wie optisch ähnlich gestalteten Programme, was gegen Heißhungerattacken hilft (angeblich Zimt), auf welche Gerichte man beim Lieblingsitaliener getrost zurückgreifen darf (Spaghetti al Arrabiata) und wo heimliche Zuckerbomben oder Fettfallen lauern (gern in Soßen).

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Potenzielle Dickmacher zu kennen, ist sowieso das A und O beim Abspecken. Zwar gibt es in seriösen Diätprogrammen keine verbotenen Lebensmittel - nein, selbst Schokolade nicht -, doch Abnehmwillige sollten sich immer bewusst sein, ob sie gerade sündigen oder das Leibgericht praktischerweise diättechnisch im grünen Bereich liegt. Nachdem fddb.info Kalorienbewussten schon seit vielen Jahren in diesen Belangen online gute Dienste leistete, steht die einfach aufgebaute, ständig wachsende Nährwertdatenbank nun auch unter dem Namen FooDDB kostenlos im iTunes-Store bereit. Der Mehrwert zur bewährten Web-Variante? In Kombination mit der empfohlenen Gratis-Scan-App verwandelt sich die Kalorientabelle mittels Barcode-Scanner zum (fast) allwissenden Einkaufsberater im Supermarkt. Denn längst nicht alle Lebensmittelhersteller vermerken Nährwertangaben direkt auf ihrem Produkt.

Aber wie viele Kalorien dürfen pro Tag eigentlich verzehrt werden, wenn sich der Zeiger der Waage am Ende der Woche in die richtige Richtung bewegt haben soll? Das hängt laut "ShapeUp Club" nicht nur mit dem Ausgangs- und angepeilten Zielgewicht des Abnehmwilligen zusammen, sondern auch mit dessen Geschlecht, Alter und Körpergröße. Zudem fragt die kostenlose App den iOS- oder Androidnutzer beim Anlegen seines Profils, in welcher Geschwindigkeit die Pfunde schmelzen sollen - ein halbes Kilogramm pro Woche wird empfohlen. Will eine 25-jährige Durchschnittsdeutsche ihre 67 Kilogramm bei 1,65 Metern Körpergröße in diesem Tempo auf 60 Kilogramm reduzieren, gibt die App einen Ess-Richtwert von 1.412 Kalorien pro Tag aus. Das Ernährungstagebuch hilft dabei, die aktuelle Bilanz im Auge zu behalten: Der User wählt die gegessenen Lebensmittel aus einer Liste aus, die Addition übernimmt das Programm. Sünden lassen sich mit Sporteinheiten einfach ausgleichen - die verbrannten Kalorien werden den konsumierten gegengerechnet.

Dass der Getränkezähler in der vollkommen ausreichenden Basisversion des "Shape Up Club" nicht zur Verfügung steht, ist kein Beinbruch: Es gibt genügend Möglichkeiten, das nützliche Tool anderweitig nachzurüsten. Android-User können sich kostenlos vom "Carbodroit" in selbstgewählten Abständen erinnern daran lassen, dass sie pro Tag mindestens 1,5 Liter Wasser trinken sollten, iPhone-Besitzer greifen zum ähnlich gestrickten "TrinkCheck" - zum Gelingen der Diät muss es übrigens nicht zwingend das Wasser des Abfüllers sein, der die Gratis-Anwendung anbietet ...

Annekatrin Liebisch

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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