Web / Reportage

Die bunte Welt der Infografiken

Daten kreativ verpackt

Torten, Balken, Kurven, Zahlenkolonnen - spätestens bei der nächsten Wahl wird man wieder mit Diagrammen aller Art konfrontiert. Viele müssen tagtäglich im Beruf diverse Daten optisch aufbereiten. Andere kommen kaum in die Verlegenheit, ein schickes Diagramm zu basteln. Wenn dieser Ernstfall doch einmal eintritt, kann wie so oft das Internet helfen: Neben Websites, die das Erstellen von Diagrammen ungemein erleichtern, finden sich dort auch jede Menge Anregungen zur ansehnlichen Verwandlung von Zahlen in Schaubilder.

Eine kreative Inspirationsquelle ist in jedem Fall der Fotoblog "We Love Datavis" (datavis.tumblr.com). Die Bilder beweisen nicht nur, wie viel Ästhetik in einer eigentlich nüchternen Datenmenge steckt. Sie zeigen auch, welch ungewöhnliche Themen die Grundlage für eine Infografik bilden können. Neben dem Mischverhältnis unterschiedlicher Martini-Sorten lassen sich unter anderem Amerikas Radwege oder die beliebtesten Kombinationen von Müslizutaten ansprechend darstellen.

Welche Auswüchse das farbenfrohe Datenzaubern annehmen kann, beweist David McCandless in seinem Blog. Auf www.informationisbeautiful.net dreht sich alles um Daten und ihre künstlerische Verwertung. Neben Grafiken zu den unterschiedlichsten Themen wie Beziehungskonstellationen oder dem Ende der Welt im Jahr 2012 bietet McCandless auch interaktive Schaubilder an - beispielsweise dazu, welche Lebensmittel gemäß der Wissenschaft welche Krankheiten begünstigen. Dem selbsternannten Datenjournalist und Informationsdesigner hätte sicherlich auch die folgende Veranschaulichung einer ganz besonderen Entwicklung gefallen ...

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Denn auch die Entstehungsgeschichte des World Wide Web lässt sich interessant aufbereiten. Die Website evolutionofweb.appspot.com dokumentiert - auf den ersten Blick ein wenig konfus - die Anfänge des Internet und seinen Werdegang bis zur Gegenwart. Vom ersten Browser über Flash, HTML 5 und Geolocation bis hin zu Full Screen API ist jeder kleine Schritt bunt in Szene gesetzt. Für nähere Informationen zu einem Thema muss die Maus lediglich auf das entsprechende Icon bewegt werden.

Wer nach all diesen Anregungen nun selbst aktiv werden möchte, sollte einen Blick auf "Infogram" (infogr.am) werfen. Falls man einen Twitter- oder Facebook-Account besitzt, ist eine Neuregistrierung nicht nötig - mit den Logindaten der Sozialen Netzwerke gibt es sofort Zugriff auf fünf kostenlose Diagrammvorlagen, die individuell gestaltet werden wollen. Per Mausklick auf die zu bearbeitenden Dialogfelder lassen sich sämtliche Daten, die in dem Schaubild Verwendung finden sollen, ganz leicht einfügen. Das Ergebnis der Bemühungen wird auf Wunsch anschließend bei Facebook präsentiert.

Eine weitere Möglichkeit, selbst kreative Diagramme zu erstellen, bietet "Piktochart" (app.piktochart.com). Auch hier erfolgt der Login ganz einfach über das Twitter- oder Facebook-Konto. Der künstlerischen Freiheit wird etwas mehr Spielraum gewährt als bei "Infogram": In die Vorlagen lassen sich nicht nur eigene Bilder integrieren. Auch die Schriftarten sind variabel. Außerdem können weitere Piktogramme hinzugefügt oder Logos ergänzt werden. "Piktochart" bietet ebenfalls fünf Gratis-Vorlagen. Gestalter mit erhöhtem künstlerischem Anspruch müssen in die Tasche greifen: Für knapp 15 US-Dollar (etwa zwölf Euro) im Monat gibt es eine größere Auswahl an Templates.

Christina Freko

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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