IT-Experten sind auf einen hochkomplexen Computervirus gestoßen, der bisherige Schadsoftware in den Schatten stellt und in erster Linie der professionellen Spionage dient.
Das Hackerprogramm heißt Flame, verbreitet sich nach Recherchen des Virenspezialisten Kaspersky Lab derzeit im Nahen Osten und vor allem im Iran aus und könnte aus der Feder der Programmierer stammen, die bereits mit Stuxnet im Iran ihr Unwesen getrieben haben. Für Deutschland gab es zunächst Entwarnung.
"Uns liegen bislang keine Erkenntnisse vor, die darauf schließen ließen, dass 'Flame' in Deutschland eingesetzt wurde", erklärte der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Tim Griese. Allerdings sei "Flame" derart komplex, dass klassische Virenscanner ihn bisher nicht erfassen könnten. Griese warnte deshalb zugleich: "Das Programm verschleiert aktiv, dass es da ist."
Der Programmcode von "Flame" ist 20 Mal umfangreicher als der Virus Stuxnet, der vor zwei Jahren iranische Atomanlagen befallen und Zentrifugen lahmgelegt hatte. Kaspersky warnt vor "Flame" als neuer "Super-Cyberwaffe". Flame könne nicht nur Dateien auslesen, sondern auch die Mikrophone der infizierten Computer anzapfen und damit Gespräche aufzeichnen. Wer den Virus erfunden hat, blieb unterdessen wie bei IT-Attacken üblich völlig unklar.
