Eine Sorge weniger für Christian Wulff. Die Berliner
Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den
ehemaligen Bundespräsidenten wegen Vorteilsannahme
eingestellt.
Es gebe keinen Anfangsverdacht für strafbares Verhalten von
Wulff, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner.
In Hannover ermittelt die Staatsanwaltschaft noch gegen Wulff wegen
des Verdachts der Vorteilsnahme.
Laut Staatsanwaltschaft ging es um ein geschenktes "Bobby-Car", Leasing-Konditionen für einen Audi Q3 und Kleider-Sponsoring für Wulff-Ehefrau Bettina.
Es seien zwar Vorteile gewährt worden, das Geschehen sei teilweise auch intransparent gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Die Firmen hätten aber vorrangig das Ziel verfolgt, die Wulff-Familie als Werbeträger zu nutzen, so die Staatsanwaltschaft. Es sei nicht darum gegangen, sich politische Einflussnahme zu erkaufen.
Dagegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover weiter gegen Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsnahme. Dort untersucht die Staatsanwaltschaft noch den Verdacht der Vorteilsannahme gegen Wulff. Das Verfahren soll nach Angaben eines Behördensprechers frühestens im Spätsommer zum Abschluss kommen.
Die damalige Ankündigung der Anklagebehörde in der niedersächsischen Landeshauptstadt, für die Ermittlungen beim Bundestag die Aufhebung von Wulffs Immunität zu beantragen, hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Wulff trat im Februar nach wochenlangen Querelen als Bundespräsident zurück.
