Einen Tag nach dem Bundestagsbeschluss hat die Eurogruppe das 100 Milliarden Euro schwere Hilfspaket für Spaniens Banken abgesegnet. Schleusen des Rettungsfonds müssten geöffnet werden, "um die Finanzstabilität in der ganzen Eurozone zu sichern", erklärte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Freitag nach einer Videokonferenz der Euro-Finanzminister. Das Geld soll in vier Tranchen an den spanischen Bankenrettungsfonds Frob fließen, von dem es an die taumelnden Banken weitergeleitet wird.
Aber "die spanische Regierung behält die volle Verantwortung für die finanzielle Unterstützung", heißt es unmissverständlich in der Erklärung der Eurogruppe. Darauf bestand Berlin. Zwar hatte der EU-Gipfel Ende Juni die Tür zu direkter Bankenhilfe aufgestoßen, wodurch die bedrängten Staaten aus der Falle von Bankenproblemen und öffentlichen Schulden befreit werden sollen. Doch möglich wird dies nur, wenn eine einheitliche Bankenaufsicht für die Währungsgemeinschaft steht. Das ist frühestens im kommenden Jahr machbar. Die Zinsen für spanische Anleihen bleiben deswegen auch bedrohlich hoch.
Eine erste Notreserve von 30 Milliarden Euro wird sofort bereitgestellt, um akute Finanzlücken zu stopfen und eine Ansteckungsgefahr zu ersticken. Das übrige Geld soll bis Juni kommenden Jahres an den Frob überwiesen werden. Im Gegenzug für die Hilfe muss Madrid seinen Bankensektor neu ordnen. Alle Maßnahmen müssen in Einklang mit den strengen EU-Beihilferegeln stehen, sodass nicht überlebensfähige Institute abgewickelt werden. Zudem ist die Einrichtung einer Bad Bank für faule Kredite im Volumen von bis zu 25 Milliarden Euro vorgesehen. Die Europartner verlangen von der Regierung ferner die Stärkung der nationalen Bankenaufsicht, die etwa neue Immobilienblasen verhindern soll.
