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Friedrich erntet heftige Kritik

Opposition und Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Absetzung der Spitze der Bundespolizei. Für den Kahlschlag bei der Bundespolizei fehle es an jeglicher Begründung, kritisierte SPD-Innenexperte Michael Hartmann.


Opposition und Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Absetzung der Spitze der Bundespolizei. "Es rollen einfach Köpfe", sagte SPD-Innenexperte Michael Hartmann am Sonntag zu den Personalplänen von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Für den Kahlschlag bei der Bundespolizei fehle es an jeglicher Begründung.

Der Vorsitzende des Bezirks Bundespolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Josef Scheuring, griff Friedrich frontal an: "Das ist einer Polizei nicht würdig." Die Regierungsfraktionen Union und FDP begrüßten dagegen den Schritt.

Am Samstag war bekanntgeworden, dass der bisherige Präsident der Bundespolizei, Matthias Seeger, sowie seine beiden Stellvertreter, Wolfgang Lohmann und Michael Frehse, in Kürze abgelöst werden sollen. Seeger geht in den einstweiligen Ruhestand, für die beiden Vizepräsidenten werden andere Aufgaben gesucht. Zum neuen Behördenchef will Friedrich den Referatsleiter im Innenministerium, Dieter Romann, ernennen. Dieser war zuletzt mit Ausländerterrorismus und Extremismus befasst. Zu neuen Vizepräsidenten steigen Jürgen Schubert und Franz Palm auf. Auch sie sind Spitzenbeamte des Innenministeriums.

Das Ministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu den Personalien äußern. In Koalitionskreisen wurden diese jedoch bestätigt. Nach der Kabinettssitzung am Mittwoch sollen alle Namen offiziell bekanntgegeben werden.

Anlass des Personalwechsels ist ein gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen den Spitzenbeamten und Friedrich. Der Minister soll mit der Amtsführung der Beamten unzufrieden gewesen sein. Angeblich sind aus der Bundespolizei auch wiederholt brisante Informationen an die Öffentlichkeit gelangt.

Grünen-Chefin Claudia Roth nannte Friedrichs Vorgehen "stillos". Der Minister habe seine Behörden "einfach nicht im Griff", sagte Roth. Der SPD-Politiker Hartmann warf Friedrich vor, dieser habe weder "die seit langem dringend erforderliche Aufgabenkritik der Bundespolizei vorgenommen" noch die personelle wie technische Ausstattung der größten deutschen Polizeibehörde verbessert. Die Bundespolizei hat rund 40.000 Mitarbeiter. Experten mahnen seit langem Reformen an.

Scheuring beklagte, der Stil der Personalentscheidungen sei "vollkommen inakzeptabel". Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, nannte den Vorgang "schäbig und menschlich unanständig". Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, sprach von "beispielloser Ungerechtigkeit".

Bei den Koalitionsfraktionen stießen die Personalien hingegen auf Zustimmung. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach forderte in der "Bild am Sonntag" eine Konzentration der Behörde auf ihre Kernkompetenz. Dafür müssten nun "die neue Führung und die Politik sorgen". FDP-Innenpolitiker Serkan Tören verlangte weitere Reformschritte.


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