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Deutsche hängen an ihrer Tageszeitung

Trotz Kostenlos-Konkurrenz aus dem Internet hängt Deutschland einer Umfrage zufolge weiter an seinen gedruckten Tageszeitungen. Fast 64 Prozent wollen nicht darauf verzichten.


Trotz Kostenlos-Konkurrenz aus dem Internet hängt Deutschland einer Umfrage zufolge weiter an seinen gedruckten Tageszeitungen. Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) wollen nicht darauf verzichten, wie eine Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag des "Handelsblatt" ergab. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) mahnte Verleger, nur mehr Geld für guten Journalismus werde den guten Stand der Zeitungen erhalten.

Die treuesten Zeitungsleser sind der Studie zufolge Menschen in der Gruppe der 46- bis 65-Jährigen. Von ihnen wollen 70 Prozent nicht auf die Zeitung verzichten. Unter den 31 bis 40 Jahre alten Menschen sind es nur 60,4 Prozent. Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut mafo.de 1.000 Menschen über das Internet.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Verbundenheit mit der gedruckten Zeitung eng mit der Bildung zusammenhängt: Bei den Befragten ohne Abschluss könnten zwei Drittel gut auf Zeitungen verzichten. Menschen mit mindestens einem Realschulabschluss halten aber zu etwa zwei Dritteln an tagesaktuellen Informationen auf Papier fest.

Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken mahnte jedoch, die hohe Zustimmung zu Zeitungen sei kein Naturgesetz: "Das hohe Ansehen der Zeitungen kann auch kippen, wenn die Qualität der Berichterstattung nachlässt." Er forderte deshalb von den Verlegern mehr Geld für Qualitätsjournalismus auszugeben.

Derzeit führe die Sparpolitik dazu, dass etwa frei arbeitende Journalisten keine angemessenen Honorare erhielten, sagte Konken. Freiwerdende Stellen von Redakteuren würden mit Volontären, also Auszubildenden, besetzt. Viele Verlage stimmten zudem nicht Tarifverträgen zu, kritisierte er. Als positiv wertete Konken jedoch, dass es hierzulande kein Zeitungssterben wie in den USA gebe.


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