An jüngere Generation denken

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart macht sich für einen schnellen Strukturwandel im Rheinischen Revier stark.

© MWIDE NRW/R. Pfeil

Im Interview mit Radio Rur sagte Pinkwart, die Corono-Krise könne dabei einen doppelten Nutzen für das Rheinland bringen. „Wir hatten uns die Transformationen im Rheinischen Revier bereits vorgenommen und können sie nun mit denen vom Bund geplanten Programmen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau verbinden. Gerade für die jüngere Generation ist das sinnvoll, da sie Klimaschutz will und gleichzeitig die Neuverschuldung aus den Konjunkturprogrammen tragen muss.“

Pinkwart spricht sich im Interview für eine klimaneutrale Energieproduktion im Revier aus. „Eines unserer großen Ziele ist es, dass wir die unterschiedlichen Technologien stärker zum Einsatz bringen wollen; zum Beispiel die überschüssige Energie aus Wind und Photovoltaik in Wasserstoff umwandeln und speichern zu können. Dafür will die nordrhein-westfälische Landesregierung eine Modellregion schaffen, die Erneuerbare Energien mit Mobilität, Wohnen und Arbeit verknüpft und sich international sehen lassen kann“, so Pinkwart. 

Radio Rur befragte Pinkwart auch zu den Plänen der Kommunen, aus den drei gefluteten Tagebaulöchern eine Tourismusregion zu bilden. Pinkwart sagte im Radio Rur-Interview: „Ich glaube, dass die Mitarbeiter aus der Stromindustrie durch die Pläne der Landesregierung wahrscheinlich in ihren Berufen bleiben können. Die riesige Infrastrukturprojekte müssen geplant, gebaut und betrieben werden. Wir haben so viele Projekte in der Region geplant, dass daraus neue Arbeitsplätze auch auf einem ähnlich hohen Niveau wie bisher entstehen können.“ 

Auch zu den Anfang Mai exklusiv bei Radio Rur vorgestellten Plänen des Solartechnologiekonzerns Meyer Burger für einen gigantischen Solarpark im Tagebauloch Hambach äußerte sich Pinkwart. Auf die Frage, ob die Landesregierung auf einen solchen Vorschlag gewartet habe, sagte Pinkwart: „Absolut. Ich bin begeistert, dass das aufgegriffen wird. Das ist eine gute Option, weil wir in Nordrhein-Westfalen nicht so viele Freiflächen haben. Deshalb bieten Tagebauseen eine gute Möglichkeit. Ein Solarpark dieser Größe lässt sich technisch derart realisieren, dass es optisch und für das Gewässer hervorragende Möglichkeiten bietet. Solche Innovationen für das Rheinische Revier halte ich für absolut zielführend. Wir sollten den Strukturwandel als Chance nutzen, zusammen mit der Forschung schnell mit großtechnischen Anlagen wettbewerbsfähig zu werden.“ Inzwischen sind andere Bundeslänger auf die bei Radio Rur vorgestellten Pläne aufmerksam geworden und haben ihr Interesse bekundet. So bringt das Land Sachsen eine staatliche Förderung ins Gespräch. Auch Sachsen hat mehrere Tagebaulöcher, die geflutet werden sollen. 

Laut Minister Pinkwart sind der Strukturwandel für die Region und die zukünftigen Aufgaben der Landesregierung „mit viel Verantwortung verbunden. Die lastet auch auf meinen Schultern. Wir haben eine große Chance. Aber ich bin hoffnungsfroh, dass wir in den nächsten Jahren etwas tolles hinkriegen werden.“

© Radio Rur

Weitere Meldungen