Mega-Solarpark im Tagebauloch?

Der Solartechnikkonzern Meyer Burger prüft eine Zell- und Modulproduktion. Das Werk könnte 50 Millionen schwimmende Solarmodule für das Tagebauloch Hambach produzieren.

© Meyer Burger GmbH

Gigantischer Solarpark im Tagebau Hambach könnte Kohleverstromung im Rheinischen Revier ersetzen

Dadurch würde Strom mit der Leistung von etwa zehn Gigawatt erzeugt, was in etwa der Leistung der heute von den Tagebauen abhängigen Kohlekraftwerke Weisweiler, Neurath, Niederaußem und Frimmersdorf entspreche. 

Meyer Burger-Chef Gunter Erfurt sagte im exklusiven Gespräch mit Radio Rur, mit einem schwimmenden Solarpark im Tagebauloch schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe. Ein hocheffizientes Solarmodul halte mindestens 30 Jahre. Genauso lange dauere es, das Loch mit Wasser zu füllen bis der größte See in Nordrhein-Westfalen entstanden ist. Des Weiteren schützten die Module vor Sonneneinstrahlung, weshalb weniger Wasser bei der Flutung verdunste. 

Die Idee eines solchen Solarparks bezeichnete Erfurt als "absolutes Energiewende-Megaprojekt, auf das die Welt schaut". Er glaube, Nordrhein-Westfalen könnte damit in die Industriegeschichte eingehen und ein Musterbeispiel abgeben, wie Energiewende mit den Menschen in der Region gelinge und nicht gegen sie. 

Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger© Meyer Burger GmbH
Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger
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Prüfung und erste Gespräche laufen

Meyer Burger prüfe derzeit den Bau eines hochmodernes Werks für die Zell- und Modulproduktion im Rahmen einer Evaluierung, so Erfurt. Nach Berechnungen von Radio Rur in Zusammenarbeit mit Experten könnten durch so ein Werk sowie den Betrieb, der Wartung und den Bau des gigantischen Solarparks unter Berücksichtigung der von Meyer Burger dargestellten Größen bis zu 8.000 Arbeitsplätze entstehen. Im Rheinischen Revier arbeiten nach Angaben des Tagebaubetreibers RWE derzeit etwa 10.000 Menschen, allerdings sind dabei auch die Mitarbeiter der Tagebaue Inden und Garzweiler berücksichtigt. 


Wichtig ist nach Angaben des Konzernchefs von Meyer Burger nun, dass durch die nun vorgestellte Idee eine Diskussion zu Stande kommt. Das Rheinische Revier könne durch Unternehmen wie Meyer Burger eine Energieregion bleiben, auf der Basis einer grünen, zukunftsträchtigen Technologie "Made in Nordrhein-Westfalen". 


Seitens der nordrhein-westfälischen Landesregierung gebe es Interesse an einem solchen gigantischen Solarpark, so Erfurt im Gespräch mit Radio Rur. 

© Radio Rur

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