Mega-Solarpark ist realisierbar

Der Wissenschaftler Prof. Dr. Uwe Rau vom Forschungszentrum Jülich hat sich für die Umsetzung des Konzepts des Solartechnikkonzerns Meyer Burger ausgesprochen, im flutenden Tagebauloch Hambach einen schwimmenden Solarpark zu bauen.



© Radio Rur, Theresa Salentin

Im Gespräch mit Radio Rur sagte Rau: "Der Vorschlag von Meyer Burger ist perfekt und absolut realisierbar. In Nordrhein-Westfalens bietet sich eine geniale Situation. Wenn wir statt der Kohlekraftwerke einen Solarpark im Tagebau installieren, wäre das ein doppelter Vorteil: die Stromtrassen könnten bestehen bleiben. Wir müssten Strommasten und Leitungen, die von den heutigen Kohlekraftwerken weg führen, nicht abbauen und woanders wieder aufbauen. Es passt außerdem sehr gut von den Größenordnungen: der Solarpark kann genauso viel Strom erzeugen wie alle heutigen Kohlekraftwerke im Rheinischen Revier zusammen."


Die Politik solle den Vorschlag weiter verfolgen. Das Konzept von Meyer Burger für das Rheinische Revier werde in Europa Blaupause für Dutzende weitere Projekte dieser Art sein. "In zehn Jahren werden die Visionen von Meyer Burger bundesweiter Standard sein", so Rau. Das Forschungszentrum Jülich kenne den Konzern. Man arbeite seit vielen Jahren zusammen.


Auf die Frage, ob durch die bisherigen Importe von Solarmodulen aus China eine Modulproduktion hierzulande überhaupt rentabel ist, sagte Rau: "Es macht Sinn, wieder in Deutschland zu produzieren. Der Transport von Solarmodulen ist sehr teuer geworden. Eine Produktion hierzulande, wie Meyer Burger sie vorschlägt, macht Sinn. Im Vergleich zu Standardmodulen aus China schafft es die Technologie von Meyer auf weniger Fläche, mehr Strom zu erzeugen. Außerdem versucht Meyer Burger die Wertschöpfungskette zu schließen, damit die Technologie nicht mehr von den Chinesen kopiert werden kann. Die deutsche Solarindustrie ist nicht tot, so wie immer behauptet wird."


Prof. Dr. Uwe Rau ist Direktor des Instituts für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich, das ausschließlich von Bund und Land NRW finanziert wird. Rau gilt bundesweit als einer führenden Wissenschaftler im Bereich der Erneuerbaren Energien. Das Forschungszentrum Jülich grenzt an den Tagebau Hambach an, in dem Meyer Burger die Errichtung eines schwimmenden Solarparks für die Zeit nach dem Kohleausstieg und der anschließenden Flutung vorschlägt. Der Park soll eine installierte Leistung von rund 10 Gigawatt haben und jährlich im Schnitt etwa 12.000 Gigawattstunden produzieren.

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