
Die Befürworter dieser Idee glauben, RWE könne den Kohleausstieg so leichter bewältigen. Die Chefetage von RWE hat sich bereits dagegen ausgesprochen. Seit Montag ist klar, dass auch die Bundesregierung von RWE in dieser Sache mehr Ideen und Taten erwartet. Oliver Krischer aus Düren, der unter Bundesminister Habeck im Wirtschaftsministerium arbeitet, sagte im Radio-Rur-Interview, dass er sich von RWE mehr Investitionen in Erneuerbare Energien wünsche.
Ob es die notwendige Mehrheit für die Abspaltung gibt, ist derzeit nicht klar. Das hängt auch davon ab, wie sich die Kommunen bei uns im Rheinland bei der Abstimmung Ende April verhalten. Sie halten die meisten RWE-Aktien - darunter sind auch der Kreis Düren und der Rhein-Erft-Kreis. Der Verband der kommunalen RWE-Aktionäre teilte auf Radio-Rur-Anfrage mit: „Bei besonderem Bedarf gibt es auch eine Meinungsbildung zur Abstimmung in der Gesellschafterversammlung."
Der Dürener Politiker und Parlamentarische Staatssekretär Oliver Krischer hatte im Radio-Rur-Interview das komplizierte Verfahren für Fördergelder kritisiert. So komme der Strukturwandel bei uns im Rheinischen Revier zu langsam weiter. Die zugesagten Förder-Milliarden der Bundesregierung für den Kohleausstieg würden dagegen anderswo schneller verwendet, so Krischer. In Ost-Deutschland entstehen u.a. durch Intel, Tesla und die Solarindustrie tausende neue Arbeitsplätze. Konkrete Industrieansiedlungen im großen Stil kann das Rheinische Revier bislang nicht vorweisen.