
Coronavirus - die Auswirkungen
Seit Ende Februar hat das Coronavirus auch den Kreis Düren erreicht. Stand 11. März sind sieben Menschen aus Aldenhoven, Jülich, Düren und Nideggen an dem Virus erkrankt. Das hat auch Folgen für das Leben entlang der Rur.
Veröffentlicht: Samstag, 07.03.2020 15:01
Die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Düren bleibt unterdessen weiter geschlossen. Das hat der Kreis Düren bestätigt. Eine Frau aus Heinsberg unterrichtet an der Schule. Sie war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Erst am 17.März soll der Unterricht wieder beginnen.
Inzwischen liegen die ersten Absagen von Veranstaltungen bei uns im Kreis vor:
Die Auftritte von Sascha Grammel, Helge Schneider, Jürgen B.Hausmann, Bülent Ceylan und Carolin Kebekus werden in der Arena Kreis Düren zunächst nicht stattfinden. Der Veranstalter sucht bereits nach Ersatzterminen. Sascha Grammel und Jürgen B.Hausmann sollen im Spätsommer auftreten. Helge Schneider kommt jetzt im Dezember nach Düren. Die Karten bleiben gültig, heißt es vom Veranstalter.
Das Radrennen „Rund um Düren“ wird Anfang April nicht stattfinden. Es sollte erneut in Kreuzau starten – mit über 700 Teilnehmern.
Die Stadt Düren hat auch den Ostermarkt abgesagt. Er sollte am Wochenende (14./15.03.) im Haus der Stadt durchgeführt werden.
Die Stadt Düren hat ihre für Donnerstag geplante Sportlerehrung abgesagt.
Die Stadt Jülich verzichtet auf den Berufsinfomarkt nächste Woche Freitag. Dort werden rund 1.000 Schüler und bis zu 100 Aussteller erwartet.
Die Ordnungsbehörden können jetzt entscheiden, was mit weiteren Veranstaltungen passiert. Die Stadt Köln hat z.B. bis Karfreitag alle Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern verboten. Damit setzt sie einen Erlass des Landes NRW um. Damit hat das Land NRW angeordnet, dass vorerst unbefristet alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern abgesagt werden sollen. Das soll eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus verhindern.
Für Veranstaltungen unter 1000 Besuchern empfiehlt der Kreis Düren diese Regelung: Alle Events, die innerhalb von geschlossenen Räumen mit mehr als 250 Besuchern stattfinden würden, sollten abgesagt werden oder – wie bei Sportveranstaltungen möglich – ohne Zuschauer stattfinden. Veranstaltungen mit unter 250 Besuchern können stattfinden, allerdings nur unter strenger Beachtung der Hygiene-Vorschriften des Robert Koch-Institutes (u.a. Abstand zum Nachbarn, gute Belüftung der Räume usw.). Die 15 Kommunen des Kreises Düren entscheiden, ob sie die Empfehlungen des Kreis-Gesundheitsamtes annehmen und umsetzen. Veranstaltungen, die draußen stattfinden, fallen nicht unter diese Empfehlung und können stattfinden, wenn nicht mehr als 1000 Besucher teilnehmen.
Weitere bestätigte Corona-Fälle strahlen in den Kreis Düren aus: Ein 20-Jähriger aus dem Kreis Heinsberg ist positiv auf das Virus getestet worden. Der junge Mann ist beim Forschungszentrum Jülich (FZJ) beschäftigt; ihm gehe es soweit gut, sagte Gesundheitsamtsleiter Schnitzler. Im FZJ wurden alle Kontaktpersonen des jungen Mannes ermittelt. Sie befinden sich nun in Quarantäne.
Betroffen ist auch ein Mann aus dem Kreis Heinsberg, der für ein Unternehmen in Düren arbeitet; auch ihm geht es soweit gut. Die Menschen, mit denen er Kontakt hatte, wurden informiert. Auch sie sind in häuslicher Quarantäne.
Eine Dialysepraxis darf unter strengen Auflagen geöffnet bleiben, obwohl eine Mitarbeiterin an Corona erkrankt ist.
Das Corona-Virus stellt auch die Haus- und Fachärzte bei uns an der Rur vor große Herausforderungen. Vielen fehlen Hygienemittel wie Mundschutz oder Rachenspatel, sagt der Kassenärztliche Verband. Dass kein Nachschub da ist, könne man nicht den Ärzten anrechnen, sagt die Vorsitzende der Dürener Ärztekammer, Bamberg. Sie weist die Vorwürfe vom NRW-Gesundheitsminister zurück, dass die Ärzte nicht gut auf Corona vorbereitet gewesen seien. Es sei nicht Aufgabe der Hausärzte, sich um Katastrophenschutz zu kümmern. Deren Vorräte seien sehr schnell aufgebraucht worden, und es gebe Lieferengpasse, zum Beispiel bei Rachenspateln, die man für Testabstriche braucht. Helfen würde ein Abstrichzentrum wie in Eschweiler oder Heinsberg – damit würde man die Corona-Verdachtsfälle aus den Praxen und Krankenhäusern herausbekommen.
Das Krankenhaus Düren hat sich entschieden, ein Besuchsverbot wegen der Corona-Erkrankungen zu verhängen. Es gilt für die Notaufnahme und die Onkologie. Anders als mit einem Verbot sei der Schutz der Patienten nicht zu gewährleisten, heißt es aus dem Krankenhaus.
Beratungshotline zum Coronavirus
"In den überwiegenden Fällen nimmt die Krankheit zum Glück einen milden Verlauf", betonte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Schnitzler. Kinder seien kaum betroffen. Risikopatienten sind vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die das Immunsystem bereits belastet haben. Sehr wichtig sei, vorbeugend auf eine intensive Handhygiene zu achten und bei den kleinsten Anzeichen einer Erkältung zuhause zu bleiben.
Um Fragen der Menschen zu beantworten, hat der Kreis Düren eine Hotline geschaltet. Die Nummer: 02421/2210 539 20. Darüber hinaus steht die NRW-Hotline 0211/8554774 für allgemeine Fragen zur Verfügung.