
Ellipsen-Markierungen für Motorradfahrer werden in der Eifel ausgeweitet
In der Rureifel sollen weitere Straßen mit speziellen Ellipsen-Markierungen versehen werden, um Motorradfahrer sicherer durch Kurven zu führen. Nach einem erfolgreichen Verkehrsversuch auf der Panoramastraße zwischen Vossenack und Schmidt wird das Projekt nun auf zusätzliche Strecken ausgeweitet.
Veröffentlicht: Sonntag, 15.03.2026 23:00
Die elliptischen Markierungen zeigen Motorradfahrern eine sichere Ideallinie in Kurven an. Ziel ist es, das Schneiden von Kurven zu verhindern und so schwere Unfälle zu vermeiden. Eine wissenschaftliche Auswertung der RWTH Aachen hat gezeigt, dass die Markierungen wirken: Motorradfahrer bleiben häufiger auf der vorgesehenen Linie, die Durchschnittsgeschwindigkeit in Kurven sinkt und schwere Unfälle sind dort bislang ausgeblieben.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kündigte zum Start der Motorradsaison in Heimbach an, dass die Markierungen künftig auch auf weiteren Strecken getestet werden sollen. Geplant sind zunächst Abschnitte der L234 bei Bad Münstereifel sowie perspektivisch die vielbefahrene B266 zwischen Vogelsang und Einruhr. Dort müssen allerdings noch Materialfragen geklärt werden, weil die Strecke stärker von Lkw-Verkehr belastet ist.
Der Verkehrsversuch in der Eifel gilt bundesweit als einmalig. NRW will sich deshalb dafür einsetzen, dass solche Markierungen künftig auch in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden können. Dann könnten sie bundesweit eingesetzt werden.
Die Panoramastraße gilt seit Jahren als beliebte Motorradstrecke, aber auch als Unfallschwerpunkt. Häufige Ursache für schwere Unfälle ist laut Verkehrsministerium, dass Motorradfahrer Kurven schneiden und dabei in den Gegenverkehr geraten.
Zum Auftakt der Motorradsaison fand am Sonntag in Heimbach außerdem ein Sicherheitstag statt. Polizei, ADAC, Verkehrswacht und weitere Organisationen informierten dort über Fahrtechnik, Unfallprävention und Erste Hilfe für Motorradfahrer.
In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 45 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen – deutlich weniger als im Jahr davor. Gleichzeitig ist die Zahl der Leichtverletzten gestiegen. Rund ein Drittel der Unfälle sind sogenannte Alleinunfälle, bei denen Fahrer ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer die Kontrolle über ihre Maschine verlieren.