
Dem Mann gehe es gut, sagt der Kreis. Er soll sich auf seiner Arbeitsstelle in Köln mit dem Virus angesteckt haben.
Zuletzt war eine Frau aus Aldenhoven positiv auf das Virus getestet worden. Ihr geht es ebenfalls soweit gut - problematisch ist ihr Umfeld. Sie arbeitet in einer Dialyse-Praxis in Jülich. Nach sorgfältiger Abwägung habe man sich aber dazu entschlossen, die Praxis nicht zu schließen, sagte ein Sprecher des Kreises Düren. Demnach sei die Gefahr für die Patienten größer, wenn sie auf ihre lebenswichtige Blutwäsche in der Praxis verzichten müssten.
Die Frau war demnach zum letzten Mal am 29. Februar an ihrem Arbeitsplatz, und hat dort auch immer einen Mundschutz getragen. Von daher sei das Risiko für ihre Patienten eher gering, sagt das Kreisgesundheitsamt. Die Kollegen der Frau dürfen unter strengen Auflagen weiterarbeiten. Die Praxis müsse geöffnet bleiben, weil sonst keine Möglichkeit besteht, die Patienten anders zu versorgen. Für die ist eine regelmäßige Dialyse überlebenswichtig.
Der 30-Jährigen selbst gehe es gut, sagt das Kreisgesundheitsamt. Sie habe wie auch die Lehrerin, die in Aldenhoven unterrichtet, und die beiden Männer aus Nideggen und Düren lediglich Husten und Schnupfen. Alle befinden sich in Quarantäne zu Hause.
18-Jährige aus Linnich erkrankt
Auch eine 18-jährige Frau aus Linnich ist an Corona erkrankt. Sie arbeitet in einer Arztpraxis in Geilenkirchen. Die Praxis ist geschlossen, die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt. Der jungen Frau gehe es soweit gut, sagte der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schnitzler. "Sie weist als Symptome lediglich Husten und Schnupfen auf", sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Sie befindet sich in häuslicher Quarantäne.
Die ersten beiden Fälle
Ein 23-jähriger Mann aus Nideggen hat sich offenbar bei jemanden in Broichweiden angesteckt. Er befindet sich in häuslicher Quarantäne und zeigt bislang milde Symptome, sagte der Kreis Düren Anfang der ersten Märzwoche.
Der junge Mann ist Schüler der Berufsschule in Kall. Er war demnach aber schon seit Mitte Februar nicht mehr in der Schule, und hauptsächlich zu Hause.
Am 1. März war bekannt geworden, dass ein 24-Jähriger aus dem Stadtgebiet Düren infiziert ist. Er befindet sich ebenfalls mit milden Symptomen in häuslicher Quarantäne. Bei ihm handelte es sich um den ersten Corona-Fall im Kreis Düren.
"Entscheidend ist nun, eine weitere Ausbreitung soweit es geht zu verhindern", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Dr. Norbert Schnitzler, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, sagte, dass es dem 24-Jährigen soweit gut ginge und er derzeit nicht im Krankenhaus behandelt werden müsse. Nun würde schnellstmöglich ermittelt, zu wem der Erkrankte Kontakte hatte.
Der Mann ist in Köln beschäftigt und hat sich dort wohl bei einem Arbeitskollegen angesteckt. Dieser Kollege war in Gangelt (Kreis Heinsberg) auf der Karnevalssitzung, die auch weitere Menschen besucht haben, die positiv getestet wurden. Der Dürener selbst war, wie er sagt, in letzter Zeit nicht viel in der Öffentlichkeit unterwegs. Karneval habe er nicht gefeiert. Nach Auftreten erster Symptome sei er sofort zuhause geblieben.
Da sich relativ deutlich eingrenzen lässt, wie sich der 24-Jährige infiziert hat, entschied der Krisenstab des Kreises Düren, weder Schulen noch Kitas zu schließen. Alle Kontaktpersonen und der Arbeitgeber werden informiert.
Beratungshotline des Kreises Düren
"In den überwiegenden Fällen nimmt die Krankheit zum Glück einen milden Verlauf", betonte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Schnitzler. Kinder seien kaum betroffen. Risikopatienten sind vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die das Immunsystem bereits belastet haben. Sehr wichtig sei, vorbeugend auf eine intensive Handhygiene zu achten und bei den kleinsten Anzeichen einer Erkältung zuhause zu bleiben.
Um Fragen der Menschen zu beantworten, hat der Kreis Düren eine Hotline geschaltet. Die Nummer: 02421/2210 539 20. Darüber hinaus steht die NRW-Hotline 0211/8554774 für allgemeine Fragen zur Verfügung.