
Kleine Firmen mit großen Sorgen im Kreis Düren
Durch die Corona-Krise stehen viele kleinen Firmen im Kreis Düren vor einer Existenzprobe. Das spürt die Industrie- und Handelskammer Aachen im Moment ganz deutlich. Ein Sprecher sagte auf Radio Rur Nachfrage, es gebe viele Anfragen für Beratungen rund um finanzielle Unterstützung.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2020 08:35
Die Radio Rur Anfrage hat auch ergeben, dass es in der Region mehr als 62.000 Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern gibt. Die Industrie- und Handelskammer Aachen sagt, zahlreiche Existenzen seien akut gefährdet. Die IHK ist unter anderem für den Kreis Düren, den Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen zuständig. IHK-Sprecher Christoph Claßen sagt, vor allem der Einzelhandel spüre gerade schwere Umsatzeinbrüche - sowie der Tourismus und das Veranstaltungswesen.
„Wir haben eine wahnsinnig große Nachfrage von Firmen aus der Region".
Viele kleine Firmen hätten im Moment Angst um ihre Existenz und suchen Hilfe bei der Industrie- und Handelskammer. Sie bietet Beratungen an, hilft mit Antragsformularen und unterstützt mittlerweile auch die Bundesagentur für Arbeit. Bei der Arbeitsagentur Aachen-Düren helfen jetzt fünf Mitarbeiter der IHK zusätzlich aus. Der IHK-Sprecher sagte, das habe nichts mit Personalengpässen zu tun – es gehe um eine möglichst schnelle Bearbeitung von Anträgen. Rund 150 Anfragen zum Thema Kurzarbeitergeld gebe es am Tag.
Auch die Handwerksbetriebe im Kreis Düren leiden unter der Corona-Krise. Besonders stark seien zum Beispiel Bäcker oder Kosmetikstudios betroffen, heißt es vom Handwerkskammertag in einer Stellungnahme. Einigermaßen stabil verhält sich die Lage aktuell aber noch im Bauhandwerk. Hier kämpfen aber auch schon die ersten Betriebe mit Beeinträchtigungen. Rund die Hälfte aller Betriebe geht davon aus, dass sie kurzfristig Zahlungsprobleme bekommen werden. Schon jetzt bricht bei einem Drittel aller befragter Handwerker der Umsatz drastisch ein.
Das Land NRW will finanzielle Hilfen für kleine Firmen schon ab Freitag bereitstellen. Das Online-Formular gibt es ab Freitagmittag unter www.wirtschaft.nrw/corona .