
Seit der kommunalen Neugliederung in den 70er Jahren mussten die Jülicher zum Beispiel zum Jugend- oder Straßenverkehrsamt nach Düren fahren. Landrat Wolfgang Spelthahn ist froh über den Schritt, hat er unserem Radio-Rur-Reporter gesagt. Mit dem Bau der neuen Geschäftsstelle "korrigieren wir einen Fehler von 1972", betonte Landrat Wolfgang Spelthahn. Bei der damaligen kommunalen Neugliederung wurden die beiden Kreise Düren und Jülich zum Kreis Düren zusammengefasst. Die Verwaltung sitzt seitdem zum größten Teil in der Rurstadt. Der Landtag habe es damals angelehnt, einem Kreis mit dem Namen "Kreis Düren-Jülich" zuzustimmen, weil die Bezeichnung als zu lang erachtet wurde. Die Herzogstadt fühlte sich nicht sonderlich wertgeschätzt. Mit der Kreishaus-Dependance soll sich das ein Stück weit ändern.
Die Baukosten für das viergeschossige barrierefreie Gebäude im Herzen Jülichs liegen bei rund 5 Millionen Euro. Mit den Abrissarbeiten für die alte Rathaus-Passage wurde im Dezember 2017 begonnen, Baubeginn war im April 2018, Richtfest wurde im November des vergangenen Jahres gefeiert. Die Nutzfläche aller Geschosse liegt bei gut 2000 Quadratmetern. Im Erdgeschoss ist ein Infobereich untergebracht, die Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes und künftig auch ein Infopunkt des technischen Dezernates. Vier Geschäfte runden das Angebot bereits ab, das Bistro öffnet etwas später. In den oberen Etagen sind Beschäftigte des Amtes für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren, des Gesundheitsamtes, der Ausländerbehörde, des Sozialamtes und des Schulpsychologischen Dienstes zu erreichen, zudem die Wirtschaftsförderung. Insgesamt arbeiten 110 Mitarbeiter vor Ort.
Am Montag nimmt das kleine Kreishaus in Jülich seine Arbeit auf. (Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 8 bis 16 und freitags von 8 bis 13 Uhr).