NRW-Kriminalität 2025 im Überblick

Nordrhein-Westfalen ist wieder etwas sicherer geworden. NRW-Innenminister Reuel hat die jährliche Entwicklung der Kriminalstatistik vorgestellt. Die Zahl der Straftaten ist 2025 um drei Prozent gesunken. Besonders bei Diebstahl, Einbruch und Gewaltdelikten gibt es Rückgänge. Gleichzeitig steigen Sexualstraftaten und Tötungsdelikte. 

Herbert Reul und José Narciandi
© Finn Weyden

In Nordrhein-Westfalen ist die Kriminalität insgesamt leicht zurückgegangen. 2025 wurden rund 1,36 Millionen Straftaten erfasst. Besonders rückläufig sind Gewaltdelikte, Diebstahl und Wohnungseinbrüche. Auch bei Ladendiebstählen und Taschendiebstählen zeigen sich erstmals seit Jahren wieder Rückgänge. Die Aufklärungsquote der Polizei liegt insgesamt bei rund 54 Prozent, bei Gewaltdelikten sogar bei 84 Prozent. Sorge bereitet NRW-Innenminister Reul der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Gewalt.

Das ganze Interview mit dem Innenminister

„Das ist das Messer oder der Tritt vorm Kopf. Da ist eine ganz andere Bereitschaft… oder besser: Fähigkeit da, über die Grenzen zu gehen und nicht mehr auf die Folgen zu achten.“

NRW-Innenminister Herbert Reul erläutert im Interview mit José Narciandi, dem Leiter unseres Landtagsstudios in Düsseldorf, die aktuellen Entwicklungen in der Politzeitlichen Kriminalstatistik.

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Was hat sich verbessert?

2025 wurden in NRW rund 1,36 Millionen Straftaten registriert. Das sind 3 % weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 53,7 %.

Rückgänge gibt es vor allem bei:

  • Gewaltdelikten: -1,8 % (rund 159.000 Fälle), Aufklärungsquote 84 %
  • Straßenkriminalität: –4 %
  • Raub: –6,4 %
  • Ladendiebstahl: –8 %
  • Wohnungseinbruch: –3 %
  • Taschendiebstahl: -11 %

Auch die Kinder- und Jugendkriminalität ist insgesamt gesunken (–7 %).

Die Rauschgiftkriminalität ging um 28 % zurück – insbesondere im Bereich Cannabis. Cybercrime sank um sechs Prozent.

Was hat sich verschlechtert?

Gleichzeitig gibt es deutliche Anstiege bei schweren Straftaten. Die Zahl der Mord- und Totschlagsdelikte stieg auf 508 Fälle (+29). 130 Menschen starben, 93 % der Fälle wurden aufgeklärt.

Deutlich gestiegen sind die Sexualdelikte:

  • +5,2 % auf über 32.000 Fälle
  • Vergewaltigungen: +8,5 % (knapp 3.800 Opfer)
  • Häusliche Gewalt: rund 62.000 Fälle, 59 Todesopfer

Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern (+2,7 %) und Kinderpornografie (+9 %) nahmen weiter zu.

Während die Gesamtzahlen bei Drogen sinken, steigt die Kriminalität rund um Kokain und Crack (+17 %).

Messerkriminalität bleibt trotz leichtem Rückgang ein Thema:

  • rund 7.200 Fälle
  • 49 Todesopfer

Sexualstraftaten gibt es fast doppelt so viele wie noch vor sieben Jahren. Innenminister Herbert Reul sagte uns dazu im Interview: „Da bin ich mir ganz sicher, dass es damit zusammenhängt, dass heute - anders als vor 10 Jahren mehr Sachen gemeldet werden. Damals wurden ja mehr Sachen unter den Teppich gekehrt. Die werden jetzt gemeldet. Das ist auch gut so - und damit kriegen wir immer mehr Fälle aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld.“

Weitere Details zur Kriminal-Statistik gibt es hier

Autoren: Finn Weyden / José Narciandi