
Der Waldbrand im Hürtgenwald bleibt weiter unter Kontrolle. Trotzdem gehen die Löscharbeiten am Montagmorgen weiter. In der Nacht hat sich die Lage nach Angaben der Feuerwehr kaum verändert.
Feuerwehr sucht weiter nach Glutnestern
Rund 400 Einsatzkräfte waren in der Nacht vor Ort, darunter auch Feuerwehren aus ganz NRW. Weil die Löschhubschrauber nachts nicht fliegen können, mussten die Feuerwehrleute einzelne Feuerspots und Glutnester zu Fuß erreichen. Jetzt über Tag wird die Zahl der Einsatzkräfte erneut auf 800 aufgestockt. Auch zwei Löschhubschrauber sollen bei Bedarf helfen.
An einigen Stellen flammten Feuer und Glut wieder auf und sorgten für mehr Rauch. Größere zusammenhängende Brände gibt es nach Angaben der Feuerwehr aber nicht. Zwei Drohnen suchten mit Wärmebildkameras nach weiteren Glutnestern in schwer zugänglichen Bereichen.
Die Bundeswehr ist inzwischen aus dem Einsatz im Hürtgenwald entlassen. Auch die Panzer werden dort nicht mehr gebraucht. Das THW befestigt Wege in Richtung Wehebachtalsperre, damit Löschwasser besser transportiert werden kann.
B399 bleibt weiter gesperrt
Die B399 bleibt laut Polizei weiterhin gesperrt. Die Autobahnausfahrten Düren und Langerwehe an der A4 sind dagegen seit Sonntagvormittag wieder frei.
Spendenkonto eingerichtet
Vom Kreis Düren heißt es:
"Wir erleben derzeit eine sehr große Solidarität in Folge des Waldbrands in der Gemeinde Hürtgenwald. In Abstimmung zwischen dem Kreis Düren und der Gemeinde Hürtgenwald ist aufgrund der hohen Nachfrage ein Spendenkonto eingerichtet worden. Wer spenden möchte, kann auf folgendes Konto überweisen:
Empfänger: Gemeinde Hürtgenwald
IBAN: DE30 3955 0110 0000 1326 54
Verwendungszweck: Waldbrand
Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, wird um Angabe von Namen und Adresse bei der Überweisung gebeten."
Feuer im Hohen Venn derzeit unter Kontrolle
Auch beim Waldbrand im Hohen Venn hat sich die Lage etwas entspannt. Nach Angaben der Provinz Lüttich sind die belgischen Ortschaften derzeit nicht stärker bedroht als am Vortag. Regen, Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit helfen den Einsatzkräften. Das Feuer breite sich aktuell auch nicht weiter in Richtung deutscher Grenze aus. Nach Angaben eines Sprechers ist der Brand derzeit unter Kontrolle.
Ganz gebannt ist die Gefahr aber noch nicht. Das Feuer ist nur rund zwei Kilometer von Küchelscheid entfernt. Auch bei Monschau wird weiter vorsichtig gehandelt. Gegenwärtig geht die Stadt aber nicht davon aus, dass das Feuer auf deutsches Gebiet überspringt.
Etwa 30 Bewohner von Kalterherberg mussten ihre Häuser am Sonntagabend vorsorglich verlassen. Grund war eine mögliche starke Rauchbelastung. Die meisten kamen bei Freunden oder Verwandten unter.
Bundeswehr hilft jetzt in Belgien
Bei Tageslicht werden die Löscharbeiten im Hohen Venn wieder verstärkt. Auch Hubschrauber kommen erneut zum Einsatz. Die Bundeswehr stellt dafür zwei Transporthubschrauber vom Typ NH-90 bereit. Sie können bei jedem Flug rund 2.000 Liter Löschwasser abwerfen. Der Einsatz in Belgien soll zunächst sieben Tage dauern.
Mehr Regen für die Waldbrandgebiete erwartet
Unterstützung könnte auch vom Wetter kommen. Am Montag zieht vor allem am Vormittag Regen durch Nordrhein-Westfalen. In den Waldbrandgebieten werden zunächst knapp vier Liter Regen pro Quadratmeter erwartet.
Am Dienstag könnten die Niederschläge deutlich ergiebiger ausfallen. NRW-weit sind örtlich bis zu 17 Liter pro Quadratmeter möglich. Für die Städteregion Aachen und die Eifel rechnen die Wettermodelle derzeit mit etwa zehn Litern. Wie viel Regen tatsächlich fällt und welche Gebiete ihn abbekommen, bleibt aber abzuwarten.
Starke Rauchentwicklung
Die Löscharbeiten und auch der Regen verursachen gerade starken Rauch. Deshalb bittet die Stadt alle Bürger,Fenster und Türen vorerst geschlossen zu halten.


