Eis, Sauna, Rotlicht: Basketballer bereit für Litauen

Basketball-EM Deutschland – Schweden
© Matthias Stickel/dpa

Nationalteam bei EM

Tampere (dpa) - Die zweite Machtdemonstration bei der EM in Finnland hakten Dennis Schröder und Co. sofort ab. Rund 22 Stunden nach dem problemlosen 105:83 (59:42) über Schweden wartet der größte Basketball-Prüfstein der Gruppenphase: Litauen. «Eis, Sauna, Rotlicht, Physio, nochmal Eis, viel Essen und Trinken», fasste Kapitän Schröder sein kurzes Regenerationsprogramm bis Samstag (12.30 Uhr/MagentaSport und RTL) zusammen.

Bei NBA-Jungstar Franz Wagner, der 21 Punkte beisteuerte, kamen alte Erinnerungen an ein denkwürdiges EM-Duell im Sommer 2022 auf. «Das war richtig cool, großer Spaß mit zweimaliger Verlängerung. Wir sind komplett fokussiert auf uns», sagte Wagner mit Blick auf das Spiel, das Deutschland in Köln damals nach 50 Minuten mit 109:107 gewonnen hatte.

Ibrahimagic: Situation mit Mumbru im Hinterkopf

Derartige Prüfsteine gab es in Tampere bislang nicht. Gegen die sichtlich überforderten Schweden ließ sich Deutschland weder vom krankheitsbedingten Ausfall von Bundestrainer Alex Mumbru noch vom ungewohnten Einsatz zur Mittagszeit aus der Ruhe bringen. Wagner und Schröder (23 Punkte) trugen im Team von Übergangs-Trainer Alan Ibrahimagic erneut die Hauptlast.

«Insgesamt bin ich zufrieden. Wir haben es wieder sehr gut kontrolliert und locker nach Hause gebracht», sagte Ibrahimagic bei MagentaSport. In der Interview-Zone fügte er zu seiner Rolle an: «Ich fühle mich gut und mache das auch gerne. Von Spaß kann ich aber nicht sprechen - im Hinterkopf ist immer die Situation mit dem Coach», schilderte der Assistent. 

Mumbru habe auch dieses Spiel am Krankenbett verfolgen können, sagte Ibrahimagic. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) unterschrieb seine Posts nach dem Erfolg mit den Worten «Für Alex». 

Voigtmann pausiert

Wie das deutliche 106:76 gegen Montenegro zum Auftakt stellte auch das zweite Gruppenspiel keine Prüfung für Deutschland dar. Die EM-Vorrunde vor relativ trostloser Kulisse in Tampere wirkt bislang eher wie eine Verlängerung der Vorbereitung. Nach Litauen sind Großbritannien am Montag sowie Gastgeber Finnland am Mittwoch die Gegner.

Dann dürfte auch Co-Kapitän Johannes Voigtmann wieder gebraucht werden. Der Center setzte gegen Schweden aufgrund von Knieproblemen aus. «Bei Jo war es eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hoffe, dass er gegen Litauen wieder spielen kann. Wenn ich jetzt wetten würde, würde ich sagen ja», sagte Ibrahimagic.

Voigtmann richtete vor der Partie am Mikrofon Genesungswünsche an Chefcoach Mumbru. «Wir hoffen natürlich, dass er bald wieder da ist», sagte Voigtmann bei Magentasport über den Trainer, der nach einem «akuten Abdomen» seit Montag im Krankenhaus liegt. Mumbrus Spielweise habe man auch ohne ihn verinnerlicht, sagte Voigtmann.

Deutschland dominiert lockeres Spielchen

In der Nacht vor dem Spieltag waren die deutschen Basketballer von einem Feueralarm, der sich als Fehlalarm herausstellte, geweckt worden. Doch auf dem Parkett wirkte das Team von Ibrahimagic sofort präsent. NBA-Jungstar Wagner zog wie gewohnt energisch zum Korb, Kapitän Schröder bediente seinen Kumpel Daniel Theis - schnell stand es 8:0.

Danach entwickelte sich ein lockeres Spielchen, bei dem sich Deutschland defensiv durchaus Schwächen und Unaufmerksamkeiten leistete - den Gegner aber stets auf Distanz hielt. Größter Aufreger in Halbzeit eins war noch ein Wortgefecht von Schröder mit dem Schiedsrichter, der den Point Guard daraufhin mit einem technischen Foul sanktionierte.

Patzer von Spanien und Slowenien

«Es war nicht so einfach, aber man kann mit der Führung auf jeden Fall zufrieden sein», sagte Trainer Ibrahimagic zur Halbzeit. Auffällig war, dass das deutsche Team sein Glück in der Offensive diesmal viel weniger vom Dreipunktewurf abhängig machte als gegen Montenegro. Zudem fielen die Würfe aus der Distanz von Anfang an besser. 

Ibrahimagic ließ nach der Pause ordentlich rotieren und gab auch der zweiten Reihe um Justus Hollatz und Oscar da Silva entsprechend Spielanteile. Das hatte der Mumbru-Assistent im Auftaktspiel auch schon so handhaben können. Dass ein so makelloser Start bei der EM keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen andere Beispiele: Titelverteidiger Spanien (69:83 gegen Georgien) sowie Slowenien mit Superstar Luka Doncic (95:105 gegen Polen) verloren direkt.

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Basketball-EM Deutschland – Schweden
Franz Wagner attackierte regelmäßig den Korb.© Matthias Stickel/dpa
Franz Wagner attackierte regelmäßig den Korb.
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Basketball-EM Deutschland – Schweden
Wirkt wieder fitter: Daniel Theis.© Matthias Stickel/dpa
Wirkt wieder fitter: Daniel Theis.
© Matthias Stickel/dpa
Basketball-EM Deutschland – Schweden
Alan Ibrahimagic applaudiert im Spiel.© Matthias Stickel/dpa
Alan Ibrahimagic applaudiert im Spiel.
© Matthias Stickel/dpa

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